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Devisenmarkt : Zinserhöhung beflügelt den Kurs des Euro

  • Aktualisiert am
          2 Min.

          Der Euro wertet am Freitag nach der erwarteten Leitzinserhöhung vom Donnerstag weiter auf. Im frühen europäischen Handel erreicht er im professionellen Handel im Verhältnis zur amerikanischen Währung Kurse von bis zu 1,4417 Dollar.

          Das ist der höchste Stand seit dem 19. Januar des Jahres 2010. Der Trend zeigt trotz der Finanzierungsschwierigkeiten der europäischen Peripheriestaaten weiter nach oben.

          Europäische Zentralbank zieht die Zinsschraube an

          Bereits im asiatischen Handel hätten japanische und andere institutionelle Investoren Euro gegen Dollar gekauft, heißt es. Man setze auf eine weitere Ausweitung der Zinsunterschiede zwischen der Eurozone, den Vereinigten Staaten und Japans zugunsten des Euro, erklärte ein Händler. Angeblich liegen oberhalb von 1,44 Dollar so genannte Stop-Loss-Kurse, mit welchen sich Anleger gegen weitere Kurseinbußen des Dollar absichern wollten. Sollten diese Absicherungskurse „gezogen“ werden, könne der Kurs des Euro weiter zulegen.

          Bild: FAZ.NET

          Nach einer Zinspause von fast zwei Jahren hatte die Europäische Zentralbank am Donnerstag ihren Leitzins von einem auf 1,25 Prozent erhöht. Das war die erste Zinserhöhung seit Juli des Jahres 2008. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet erklärte, der Rat der Zentralbank werde die aufwärtsgerichteten Inflationsrisiken „sehr genau verfolgen“. Die EZB werde alles Notwendige tun, um ihr Ziel der Preisniveaustabilität zu erreichen. Das schütze vor allem die Ärmsten der Gesellschaft, die von Inflation am härtesten getroffen würden. Mit seinen Erläuterungen signalisierte Trichet nach Einschätzung von Fachleuten weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr. Zugleich ließ er jedoch den Zeitpunkt für den nächsten Schritt offen.

          Dagegen hat die britische Zentralbank ihren Leitzins trotz deutlich höheren Inflationsdrucks am Donnerstag unverändert auf dem sehr tiefen Niveau von gerade einmal 0,5 Prozent belassen. Nicht nur sie scheint inflationäre Risiken zu riskieren, sondern auch in den Vereinigten Staaten ist eine ähnliche Tendenz zu beobachten. Dort hält die Notenbank den Leitzins sogar bei 0,25 Prozent fest und setzt ebenso wie die Briten den Kauf von Wertpapieren fort, obwohl der Preisauftrieb an den Energie- und Rohstoffmärkten enorm ist. Die Preise von Öl, Agrargütern und Edelmetallen steigen in Dollar immer weiter.

          Zentralbanken in Großbritannien, USA und Japan dagegen nicht

          In Japan dagegen ist nach den Erdbeben und den Sorgen über die in Fukshima außer Kontrolle geratenen Atomreaktoren nicht nur keine Zinserhöhung absehbar, sondern die Bank of Japan bläht die Bilanz trotz der ernormen Verschuldung des Landes auf hohem Niveau weiter auf. Zusammen mit der jüngsten, gemeinsamen Intervention der Zentralbanken der großen Industriestaaten führen diese Entwicklungen und Erwartungen zu rasanten Kursbewegungen am Devisenmarkt und im Rohstoffbereich. In den vergangenen Tagen wurden mit Vehemenz die so genannten „Carry Trades“ wiederbelebt, in deren Rahmen die Währungen der Staaten mit tiefen Zinsen gegen jene mit hohen Zinsen ausgespielt werden.

          In diesem Rahmen hat der Yen deutlich abgewertet, während die Währungen Neuseelands, Australiens stark aufwerteten und die Energie- und Rohstoffpreise immer teurer wurden. Da die Zentralbanken diese Entwicklung förmlich provozierten, ist können sie sich kurzfristig noch fortsetzen, obwohl viele dieser Relationen inzwischen zumindest technisch überkauft sind und obwohl auch das Risiko einkalkulieren müssen, dass es förmlich zu Kurs- und Preisblasen kommt.

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