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Devisenmarkt : Südafrikanischer Rand: Volatil wie die Finanzmärkte

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Bild: FAZ.NET

Der südafrikanische Rand zeigte sich seit Monaten robust gegen den Dollar und geriet zuletzt gegen den Euro etwas ins Hintertreffen. Grundsätzlich bietet das Zinsniveau des Landes jedoch internationalen Anlegern starke Reize.

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          Die Zeiten an den internationalen Finanzmärkten sind volatiler geworden als während der allgemeinen Hausse vom März des Jahres 2003 bis noch Mitte des laufenden Jahres. Inzwischen hat jedoch die Unsicherheit im Rahmen der anhaltenden Immobilien- und Kreditkrise zugenommen. Sie dürfte dazu geführt haben, dass allgemein verfügbare Liquidität aufgrund restriktiverer Kreditvergaben abgenommen hat.

          Die Nervosität zeigt sich auch am Devisenmarkt. Hier konnten Anleger lange Zeit mit den so genannten Carry Trades gutes Geld verdienen, weil sie gleichzeitig von hohen Zinsen und im Trend aufwertenden Währungen in vielen Schwellenländern profitieren konnten. Inzwischen hat sich das Bild allerdings verändert.

          Hohe Nominalzinsen über auf Anleger immer wieder Reize aus

          Auch beim südafrikanischen Rand. Die Währung hatte schon im Mai des vergangenen Jahres den Aufwertungstrend gegen den Dollar und auch gegen den Euro durchbrochen und war danach in einen volatilen Seitwärtstrend übergegangen. Aufgrund der hohen Nominalzinsen - die Rendite südafrikanischer Staatsanleihen mit einem Restlaufzeit von zehn Jahren liegt bei 8,35 Prozent und der Drei-Monats-JIBAR liegt bei etwas mehr als elf Prozent - und der boomenden Börse des Landes kommt es bei frisch aufkommendem Risikoappetit zwar immer wieder zu kurzfristigen Aufwertungstendenzen der Währung. Allerdings wurden diese bisher immer wieder rasch durch Gegenbewegungen abgelöst.

          In den vergangenen Tagen war die südafrikanische Währung gegen den Euro sogar aus dem Seitwärtstrend nach oben und damit auf die schwächere Seite ausgebrochen. Nachdem der Rand von Mitte September bis Ende Oktober gegen den starken Euro sechs Prozent aufgewertet hatte, fiel der danach um rund elf Prozent von 9,3575 auf bis zu 10,3890 Rand je Euro am Dienstag zurück, bevor er sich von dieser Kursentwicklung wieder etwas erholen konnte. Am Mittwoch legt er wieder 1,45 Prozent zu auf zuletzt 10,2473 Rand.

          Der Grund für diese Entwicklung liegt nicht nur in der allgemeinen Nervosität an den Finanzmärkten im Allgemeinen, sondern an der Preisentwicklung in Südafrika. So läuft die Inflationsrate Südafrikas schon seit dem Jahr 2003 nach oben und erreichte im Oktober ein Mehrjahreshoch von 7,9 Prozent auf Jahresbasis. Die Kerninflationsrate hat sich seit April des vergangenen Jahres mehr als verdoppelt von 2,8 Prozent im Tief auf 6,4 Prozent im Oktober.

          Läßt die Zentralbank eine Aufwertung zu, um die Inflationsentwicklung zu dämpfen?

          Hohe Energiekosten in Form von Öl und vor allem auch steigende Nahrungsmittelpreise sind für die Entwicklung verantwortlich. Die Preise für Nahrungsmittel machen rund ein Viertel des Konsumentenpreisindex aus. Sie könnten die südafrikanische Zentralbank zusammen mit der anhaltend stark wachsenden Geldmenge - die Wachstumsrate von M3 auf Jahresbasis lag im September bei knapp 25 Prozent - zwingen, den Leitzins weiter nach oben zu schrauben. Seit Mitte des vergangenen Jahres wurde er bisher in sieben Schritten von sieben auf zuletzt 10,5 Prozent erhöht.

          Insgesamt dürfte die Währung aufgrund der hohen Zinsen in Phasen mit hohem Risikoappetit immer wieder Reize auf die internationalen Anleger ausüben. Allerdings nur dann, wenn die Preisentwicklung im Land unter Kontrolle gebracht werden kann und wenn es im Rahmen der sich abschwächenden Weltkonjunktur nicht zu einer deutlichen Korrektur an den Rohstoffmärkten kommt. In den vergangenen Monaten hatte die Zentralbank zwar immer wieder dazu tendiert, den Rand vor einer starken Aufwertung mittels Interventionen zu schützen. Inzwischen könnte eine stärkere Währung willkommen sein, um die Preisentwicklung über die Importschiene zu dämpfen.

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