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Devisenmarkt : Südafrikanischer Rand legt zu

  • Aktualisiert am

Bild: Reuters EcoWin Pro, BNP Paribas

Der südafrikanische Rand zeigt sich seit Monaten robust gegen den Euro und wertet gegen den Dollar auf. Grundsätzlich bietet das Zinsniveau des Landes ebenso starke Reize, wie der Aufwärtstrend der Börse und die hohen Rohstoffpreise.

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          Nach dem ersten Schock der Kreditkrise und den dadurch ausgelösten Turbulenzen auf den verschiedenen Finanzmärkten kam der Risikoappetit der Anleger trotz aller fundamentaler Risiken rasch wieder zurück. Das zeigte sich an den Börsen ebenso wie am Wiederaufleben der Carry Trades am Devisenmarkt.

          Profitierte die südafrikanische Rand davon zunächst nur unterdurchschnittlich, so hat sich das in den vergangenen Tagen geändert. So konnte die Währung gerade in der laufenden Woche gegen den Euro, vor allem aber gegen den Dollar deutlich zulegen. Alleine am Donnerstag wertet der Rand gegen den Dollar um ein Prozent auf zuletzt 6,6028 Rand je Dollar auf und gegen den Euro um 0,75 Prozent auf zuletzt 9,4261 Rand.

          Der Rand zeigt seit Tagen deutliche Aufwertungsdynamik

          Nach einer deutlichen Zwischenkonsolidierung im vergangenen Jahr befindet sich die südafrikanische Währung gegen ihr amerikanisches Pendant wieder in einem mittelfristigen, wenn auch etwas volatilen Aufwertungstrend. Gegen den Euro hält sie sich robust in einer nun schon etwas mehr als ein Jahr andauernden Seitwärtsbewegung zwischen neun und zehn Rand je Euro.

          Die Aufwertung dürfte einerseits damit zu tun haben, dass Marktteilnehmer einen gewissen Nachholbedarf der Währung bei anhaltend hohen Rohstoffpreisen ausgemacht haben dürften. Immerhin verfügt Südafrika über ausgeprägte Vorkommen. So konnte das Land in den vergangenen Jahren vom Boom in diesem Bereich profitieren, der im Inland gleichzeitig zu einem Konsumboom führte. Da in diesem Rahmen trotz einer aufwertenden Währung ein gewisser Inflationsdruck entstand, musste die Zentralbank des Landes den Leitzins in den vergangenen Monaten in sieben Schritten von sieben auf zuletzt 10,5 Prozent anheben.

          Das hinderte die Börse jedoch nicht daran, im Trend deutlich nach oben zu laufen. Der FTSE/JSE Africa All Shares Index legte in den vergangenen vier Jahren bis zu 327 Prozent zu. Der Index befindet sich am Donnerstag mit 20.317 Zählern nur knapp unter dem noch vor wenigen Tagen erreichten Allzeithoch. Der Trend zeigt weiterhin nach oben, allerdings sollten wohl die Einzelwerte selektiert werden. Denn manche sind inzwischen vergleichsweise teuer geworden.

          Moody's blickt optimistisch auf die Kreditwürdigkeit des Landes

          Aufgrund der Leitzinserhöhungen und vor allem auch der Phasen mit zunehmender Risikoaversion sind dagegen die Renditen der Staatsanleihen in den vergangenen Jahren von 7,1 Prozent im Tief auf bis zu 8,84 Prozent im Juni des vergangenen Jahres gestiegen. Am Donnerstag liegt die Rendite einer südafrikanischen Staatsanleihe mit einer Restlaufzeit von zehn Jahren bei 8,27 Prozent. Das Renditeniveau macht sie im internationalen Vergleich relativ attraktiv.

          Das gilt vor allem dann, wenn man berücksichtigt, dass Moody's davon ausgeht, dass sich das Wachstum in Südafrika in den kommenden Monaten etwas abschwächen wird und aus diesem Grund der Zinsgipfel erreicht sei. Gleichzeitig deutet die Ratingagentur eine Verbesserung der Bonitätsnote des Landes auf bis zu „A2“ an, da die Devisenreserven deutlich zunähmen und da die Regierung die Finanzen im Griff habe. Letzteres zeige sich unter anderem durch den ersten Budgetüberschuss seit Jahrzehnten. Die Kreditwürdigkeit werde nur noch belastet durch die vergleichsweise hohe Arbeitslosigkeit, die starke Belastung durch AIDS und die hohe Kriminalität.

          Insgesamt dürfte die Währung auch im Hinblick auf den Anteilskauf der chinesischen ICBC Bank an der Standard Bank und auf die anstehenden Sportereignisse noch eine gewisse Kursphantasie bieten. Voraussetzung ist allerdings, dass größere Turbulenzen an den Finanzmärkten und eine Korrektur an den Rohstoffmärkten ausbleiben.

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