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Devisenmarkt : Südafrikanischer Rand auf Erholungskurs

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Bild: FAZ.NET

Der südafrikanische Rand zählte im vergangenen Jahr statistisch betrachtet zu den schwächsten Währungen weltweit. Die Abwertungsphase war kurz und deutlich. Seit Oktober jedoch geht es mit der Währung wieder nach oben.

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          Zählte der südafrikanischer Rand im vergangenen Jahr mit einem Minus von 18,6 Prozent gegen den Euro und einem Verlust von 9,3 Prozent gegen den amerikanischen Dollar neben der isländischen Krone zu den schwächsten Währungen weltweit, so ist das nur eine Momentaufnahme.

          Solche Analysen sind, ebenso wie der Ausweise anderer Performancezahlen, stark abhängig von der Wahl des Zeitraumes. Das zeigt sich auch am Beispiel der Kursentwicklung des Rand. Denn die Schwäche der Währung trat im wesentlichen von Mai bis Oktober auf, während sie danach wieder deutlich zugelegt hat.

          Aufwertungstrend gegen den Dollar - Widerstandszone gegen den Euro

          Gegen den Euro knabbert sie - nach einer Aufwertung von knapp zehn Prozent seit Oktober - inzwischen kräftig an einer charttechnischen Widerstandszone zwischen neun und 9,3 Rand je Euro, gegen den Dollar hat sie inzwischen sogar wieder einen eindeutigen Aufwertungstrend etabliert, der von 7,9125 auf zuletzt 6,8856 Rand je Dollar führte.

          Am Mittwoch legt die südafrikanische Währungen weiter zu. Das dürfte kaum verwundern, scheint doch in den ersten Tagen des neuen Jahres der Risikoappetit der internationalen Anleger angesichts kaum veränderter Rahmenbedingungen anhaltend hoch zu sein. Auf dieser Basis tendieren sie offensichtlich dazu, auf die Fortsetzung der Trends zu setzen, die sich in den letzten Monaten des Jahres 2006 etabliert hatten. Dazu zählte nach einer zwischenzeitlichen Korrektur die Renaissance der so genannten Carry Trades.

          Immerhin haben es weder die Schweizer noch die Japaner im Rahmen merkantilistischer Tendenzen ihrer Wirtschaftspolitik offensichtlich allzu eilig, ihre Zinsen nach oben zu schrauben. So dürfte es kaum verwundern, dass sich die Währungen der beiden Tiefzins-Länder in der Defensive befinden, während die Währungen der Hochzinsstaaten und der Schwellenländer mit boomenden Börsen gefragt sind.

          Dazu zählt Südafrika unbedingt. Denn der FTSE/JSE Africa All Shares Index befindet sich schon seit dem April des Jahres 2003 in einem sehr robusten Aufwärtstrend und hat am Dienstag mit einem Endstand von 25.208,65 Zählern zumindest in lokaler Währung ein neues Allzeithoch markiert. Renditen von 7,555 Prozent bei zehnjährigen Staatspapieren in lokaler Währung mit einer Laufzeit von zehn Jahren können sich ebenfalls sehen lassen, vor allen solange sie mit einer aufwertenden Währung kombiniert werden können.

          Wertpapierkäufe ausländischer Anleger stärken den Rand wieder

          So dürfte es kaum verwundern, dass die internationalen Anleger im vergangenen Jahr Randanleihen im Wert von netto 20 Milliarden Rand erwarben, davon rund acht Milliarden im Dezember. Hintergrund ist wieder einmal die Erwartung, ein etwas zurückgekommener Ölpreis und gerade auch die aufwertende Währung könnte den Inflationsdruck im Lande reduzieren und die Zentralbank davon abhalten, den Leitzins weiter nach oben zu schrauben. Im Jahr 2006 hatte sie ihn in drei Schritten auf zuletzt neun Prozent erhöht, da sie befürchtete, eine schwächelnde Währung würde zusammen mit einem starken Konsum die Inflationsrate über den Zielkorridor von drei bis sechs Prozent steigen lassen. Im November lag sie bei fünf Prozent, der Produzentenpreisindex auf Jahresbasis lag sogar bei zehn Prozent.

          Die Währungsentwicklung ist wichtig, da das Land ein Leistungsbilanzdefizit von rund fünf Prozent des Bruttoinlandsproduktes erzielt. Es ist unter anderem stark von Ölimporten abhängig, die für rund zwölf Prozent der Importe stehen und die in Dollar bezahlt werden müssen. Insgesamt dürfte vieles davon abhängen, ob der internationale Risikoappetit andauert und auf diese Weise den positiven Effekt einer aufwertenden Währung aufrecht erhält. Kurzfristig scheint vieles dafür zu sprechen.

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