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Devisenmarkt : Starker Loonie zeigt die Schwäche des Greenbacks

  • Aktualisiert am

Ein Loonie ... Bild: AP

Der Kanada-Dollar hat in den vergangenen Tagen deutlich aufgewertet. Inzwischen befindet er sich auf dem höchsten Stand seit 31 Jahren. Die Währung ist inzwischen genauso viel wert wie die des südlichen Nachbarlandes.

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          Die gegenwärtige Dollarschwäche zeigt sich aller Orten. Einen Tag um den anderen mehren sich die Rekordtiefs gegenüber anderen Währungen oder auch gegen viele der in Dollar notierten Rohstoffen.

          So befindet sich der Dollar-Index ebenso auf oder am Allzeittief, wie der Öl- oder der Weizenpreis auf Höhenflug. Das kann einerseits tatsächlich mit der gegenwärtigen Knappheit der relevanten Güter zu tun haben, wie sie im Getreidebereich zu weiten Teilen zu beobachten ist. Auf der anderen Seite ist jedoch auch das Dollarangebot weltweit sehr groß.

          Währungen rohstoffreicher Staaten werden spekulativ getrieben

          So dürfte es kaum verwundern, dass die Rohstoff- und Güterpreise in spekulativ-inflationärer Form nach oben laufen. Denn was sollen die Unternehmen und Anleger im derzeitigen Umfeld mit ihren Dollareinnahmen anderes tun, als diese möglichst rasch zu reinvestieren? Immerhin deuten die Liquiditätsspritzen der internationalen Zentralbanken in den vergangenen Wochen und die deutliche Leitzinssenkung in den Vereinigten Staaten nicht darauf hin, dass diese eine derartige Entwicklung eindämmen wollten.

          Und das obgleich gerade im Ölmarkt vieles eher auf eine neue spekulative Blase hindeutet als auf eine überraschend stark zunehmende Nachfrage nach dem Rohstoff. In diesem Sinne kann es ratsam sein, die Preisentwicklung in diesem Markt kritischer zu betrachten.

          Tatsache ist jedenfalls, dass sich die hohen Energie- und Rohstoffpreise auch am Devisenmarkt bemerkbar machen. So profitieren die Währungen rohstoffreicher Staaten von dieser Entwicklung. Allen voran der kanadische Dollar, der am Donnerstag zum ersten Mal seit 31 Jahren die Parität zum amerikanischen erreichte. Am Freitag waren im Tagestief gerade noch 99,38 kanadische Cents nötig, um einen amerikanischen Dollar zu erwerben. Allerdings kletterte der Greenback im weiteren Handelsverlauf wieder leicht über die Marke von einem Dollar.

          Kanada ist reich an Rohstoffen

          Der Grund dafür ist relativ einfach. Kanada verfügt über starke Vorkommen an Öl, Gold, Kupfer, Uran und anderen Bodenschätzen. Gleichzeitig ist das Land eine bedeutende Ackerbaunation und profitiert auf diese Weise von den hohen Preisen in diesem Bereich. Aus diesem Grund werden die Exporte des Landes immer teuerer. Das führt ebenso zur steigenden Nachfrage nach der Währung wie die zunehmenden Investitionen ausländischer Firmen und internationaler Anleger in die Wirtschaft .

          Damit dürfte die kanadische Währung weiter gut laufen, so lange die Rohstoffpreise steigen oder wenigstens auf hohem Niveau bleiben. Die schwache amerikanische Konjunktur dürfte das Wachstum weltweit zwar bremsen, ob und wann dies jedoch zu einer möglicherweise ausgeprägten Zwischenkorrektur im Rohstoffsektor führt, ist noch offen. Die Wahrscheinlichkeit nimmt jedoch zu.

          In diesem Falle dürfte auch die kanadische Währung einen Rückschlag erleiden. Allerdings dürfte es noch nicht so weit sein. Immerhin scheint angesichts der Zinssenkungen in den Vereinigten Staaten die Risikoneigung der Anleger wieder zuzunehmen. Angesichts der offensichtlichen Inflationierung in den Vereinigten Staaten wird gegenwärtig alles gekauft, was sich gegen den schwachen Dollar erwerben lässt.

          Allerdings dürfte auch hier eine Gegenbewegung möglich sein. Immerhin macht ein schwacher Dollar amerikanische Exporte international attraktiver, während er zusammen mit der schwachen Wirtschaft zu einer nachlassenden Importneigung führt.

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