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Devisenmarkt : Optimismus beflügelt auch den schwachen Won

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Bild: FAZ.NET

Der südkoreanische Won zählte in den vergangenen Monaten zu den schwächsten weltweit. Seit ein paar Tagen scheint die Währung jedoch vom kurzfristig aufgekommenen Wirtschaftsoptimismus und „positiven“ Meldungen zu profitieren.

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          Nach dem Wirtschafts- und Kursdesaster der vergangenen Monaten versuchen die Meinungsbildner aus der Finanzbranche und von den verschiedensten Behörden für positive Stimmung zu sorgen. Sowohl der amerikanische Zentralbankchef Ben Bernanke als auch die G20-Finanzminister zeigen sich davon überzeugt, dass sich die Bankenkrise lösen lassen wird und dass sich die Wirtschaft bald erholen wird.

          Inzwischen scheinen mit Blick auf die ultra lockeren Geldpolitiken der Zentralbanken weltweit auch die Finanzmärkte so langsam daran zu glauben. Ein gewisser Optimismus zeigt sich in Form der deutlichen Kursgewinne an den Börsen in der vergangenen Woche, die sich in der beginnenden Woche fortzusetzen scheinen.

          Won erholt sich zumindest kurzfristig von seiner Schwäche

          Selbst auf der Währungsseite macht sich diese Stimmung bemerkbar. Immerhin erholen sich viele der Währungen, die in den vergangenen Monate aufgrund der Kreditkrise, aber auch der wirtschaftlichen Kontraktion unter Druck gestanden hatten. Das gilt neuerdings auch für den südkoreanischen Won. War ihr Kurs von Juli des vergangenen Jahres von 1.526 bis Anfang des Monats auf bis zu 1.976 Won je Euro gestiegen, hat er sich inzwischen wieder auf 1.863 Won erholt. Alleine am Montag legte er knapp drei Prozent zu. Gegen den amerikanischen Dollar fielen die Kursbewegungen sogar noch extremer aus.

          Die Devisenhändler scheinen optimistischer zu sein als die Aktienanleger. Denn während sich der Won erholt, legte die koreanische Börse in den vergangenen 14 Tagen allenfalls durchschnittlich zu. Die vergangenen drei Tage waren sogar von einer gewissen Stagnation gekennzeichnet.

          Auf der anderen Seite scheinen die koreanischen Behörden alles zu tun, um die Währung zu stabilisieren. So habe Finanzminister Yoon Jeung Hyun die Vereinigten Staaten darum gebeten, den Nominalwert von Währungsswaps zwischen den beiden Ländern über die bisher vereinbarten 30 Milliarden hinaus zu erhöhen und sie gleichzeitig auch zeitlich zu verlängern. Das soll dazu beitragen, die Nachfrage nach amerikanischen Dollars zu befriedigen. Die Nachfrage geht unter anderem von anstehenden Dividendenzahlungen koreanischer Unternehmen an ausländische Anleger aus.

          Positive Meldungen werden lanciert

          Gleichzeitig wurden am Montag auch Meldungen lanciert, nach welchen der Handelsbilanzüberschuss des Landes mehr als vier Milliarden Dollar betragen werde, da die Importnachfrage aufgrund der gefallenen Rohstoff- und Energiepreise stärker gefallen seien, als die Exportnachfrage. Der Preiseffekt zeigt sich unter anderem an den Februardaten. Im Februar legte der südkoreanische Ausfuhrpreisindex auf Jahresbasis um knapp 23 Prozent zu, während der Importpreisindex lediglich um 18 Prozent zulegte.

          Zusammen mit gelegentlichen Interventionen der Zentralbank mögen solche Nachrichten dazu beitragen, die Kursentwicklung des Won in einem anhaltend optimistischen Umfeld zu stabilisieren oder gar zu beflügeln. Er dürfte allerdings rasch wieder in die Defensive geraten, sobald wieder die Zweifel an der weltwirtschaftlichen Erholung dominieren. Immerhin ist die südkoreanische Wirtschaft hoch zyklisch. Aus diesem Grund reagieren die Finanzmärkte der Landes deutlich auf positive oder auch negative Nachrichten.

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