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Devisenmarkt : Ist der Austral-Dollar überbewertet?

  • Aktualisiert am

Bild: Calyon Capital Markets Research

Der australische Dollar hat in den vergangenen Tagen vor allem gegen den Dollar deutlich aufgewertet. Allerdings scheint das Kursniveau aufgrund des Leistungsbilanzdefizits und mit Blick auf andere Daten etwas riskant zu sein.

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          In den vergangenen Wochen setzten sich an den internationalen Finanzmärkten die längerfristigen Trends an den Börsen und Devisenmärkten fort, allerdings wurden sie unterbrochen durch Zwischenkorrekturen.

          Die erste kam Ende Februar und wurde zumindest optisch ausgelöst durch einen kurzen, deutlichen Kurseinbruch an der chinesischen Börse. Die Anleger reagierten darauf, indem sie zunächst risikoreiche Positionen zurückfuhren. Aus diesem Grund gaben die Börsen weltweit nach, die Rentenmärkte legten zu und am Devisenmarkt wurden die Positionen bei hoch verzinslichen Währungen zurückgefahren und die „geshorteten“ niedrig verzinslichen zurückgekauft.

          Zurückkehrender Risikoappetit treibt Währungen auf neue Extreme

          Allerdings dauerte dieser Prozess nur kurze Zeit, bevor der Risikoappetit wieder zurückkam und zum Wiederauf- oder gar Ausbau der risikoreichen Positionen führte. Die Indizes an den Börsen erreichten neue Mehrjahres- oder gar neue Allzeithochs und die Carry Trades brachten Währungspaare wie Euro-Schweiz, Euro-Yen, aber auch Währungen wie das britische Pfund, den Neuseeland- und den Austral-Dollar gegen den Dollar auf neue Extreme.

          Besonders ausgeprägt wurden diese Bewegungen vor und unmittelbar nach dem jüngsten Treffen der G7 Finanzminister und der jeweiligen Zentralbankvertreter. Hatte der Markt davon spekulativ schon gewissermaßen mäßigende Äußerungen provoziert, so baute er diese Positionen danach zumindest kurzfristig noch aus, als öffentliche Forderungen nach einer Aufwertung des Yen, neben der üblichen Erwähnung des unterbewerteten Renminbi, ausblieben. Der Euro erreichte daraufhin Kurse von bis zu 162,43 Yen.

          Besonders ausgeprägt waren im Rahmen der übergeordneten Dollarschwäche die Kursgewinne der hoch verzinslichen Währungen, die nicht nur gegen den amerikanischen Dollar, sondern vor allem gegenüber den tief verzinslichen zulegten. So erreichte der australische Dollar gegen den Schweizer Franken den höchsten Stand seit dem Jahr 2000.

          Abweichung von Zinsdifferenzen und vorlaufenden Indikatoren

          Allerdings scheinen die Kursgewinne dieser Währungen nicht nur aus technischer Sicht, sondern auch aus fundamentalen Überlegungen ambitioniert zu sein. Das zeigt ein Blick auf die Zinsdifferenz und vor allem auch auf die vorlaufenden Konjunkturindikatoren der OECD, wie ihn Währungsstratege Henrik Gullberg von Calyon gewagt hat. Solche Indikatoren zeigen zusammen mit dem Leistungsbilanzdefizit Australiens, wie stark die Risikoneigung der Anleger ist und wie stark sie auf der Suche nach Rendite Fundamentaldaten ignorieren.

          Sollte es zu einer Mäßigung des Risikoappetits kommen, dürfte das Korrekturpotential bei solchen Konstellationen entsprechend groß sein. Fragt sich nur, was die Korrektur auslöst, ohne in kurzer Zeit wieder zu einer Gegenbewegung zu führen.

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