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Devisenmarkt : Der Dollar macht kurzfristig Boden gut

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Bild: BNP Paribas

An den internationalen Finanzmärkten ist zumindest kurzfristig der Optimismus wieder zurückgekehrt. Von dieser Entwicklung profitiert auch der Dollar. Dallas Federal Reserve Bank President Richard Fisher spricht über Zinserhöhungen.

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          An den internationalen Finanzmärkten ist zumindest kurzfristig der Optimismus wieder zurückgekehrt. Die Börsen interpretieren die Konjunktur- und Unternehmensdaten in der Tendenz positiv, obwohl zum Beispiel die am Mittwoch veröffentlichten amerikanischen Auftragseingänge von den hohen Energie- und Rohstoffpreisen sowie von Einmaleffekten geschönt werden und obwohl gleichzeitig die Lagerbestände der amerikanischen Unternehmen zunehmen.

          Von dieser Entwicklung profitiert auch der Dollar. Denn wer davon ausgeht, dass das amerikanische Wirtschaftswachstum besser als erwartet ausfallen könnte, der glaubt auch an Aussagen von Dallas Federal Reserve Bank President Richard Fisher, der darauf hindeutete, in den Vereinigten Staaten könnten eher früher als später anstehen.

          Fisher deutet Zinserhöhung an - Mishkin zieht sich zurück

          Solche Aussagen mögen an Gewicht gewinnen, da gleichzeitig bekannt wurde, dass Frederic Mishkin sich Ende August aus diesem Gremium zurückziehen wird. Er war zusammen mit Alan Greenspan für die lockere amerikanische Geldpolitik und damit auch für die Konsequenzen mit verantwortlich.

          Nach dem Rücktritt Mishkins werden drei Posten des sieben Mitglieder umfassenden Gremiums der amerikanischen Zentralbank vakant sein, das über die amerikanische Geldpolitik entscheidet. Das heißt, der neu gewählte amerikanische Präsident wird diese Posten neu besetzen und auf diese Weise die künftige Politik der Zentralbank unmittelbar mitbestimmen können. Da eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür besteht, dass der demokratische Kandidat gewählt werden wird, scheint eine restriktivere Geld- und Regulierungspolitik denkbar zu sein. Genau das könnte den Dollar zumindest stabilisieren.

          Auf der anderen Seite machen zumindest die Analysten der BNP Paribas Schwächezeichen beim Euro aus. Dazu zähle nicht unbedingt das europäische Leistungsbilanzdefizit, das mit 15,3 Milliarden das größte jemals berichtete war und das vor allem von den wirtschaftlich schwachen Staaten Portugal, Italien, Griechenland und Spanien verursacht wurde.

          Direktinvestitionen im Euroraum stagnieren - Portfolioinvestitionen gehen zurück

          Interessanter seien die Finanzströme, argumentieren sie. Ihre Analyse zeigt, dass die ausländischen Direktinvestitionen in den vergangenen Jahren im Trend eher ab- als zunahmen. In den vergangenen Monaten sind auch die so genannten Portfolioinvestitionen deutlich abgenommen, obwohl die Währungsreserven der Zentralbanken weltweit gleichzeitig weiter zugenommen haben.

          Grundsätzlich werde der Euro von zwei Faktoren getragen: Von den Zinserwartungen und indirekt von der Diversifikation wachsender Währungsreserven. Beide Faktoren könnten sich gegen den Euro wenden, wenn in den kommenden Monaten sowohl die Wachstums- als auch die relativen Zinserwartungen gegen Europa drehen sollten. Insgesamt dürfte der Euro zumindest gegen den Dollar auf dem gegenwärtigen Niveau und bei der aktuellen Stimmungslage eher Gegen- als Rückenwind haben.

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