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Devisenmarkt : Australischer Dollar steigt trotz unverändertem Leitzins

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Bild: FAZ.NET

Die so genannten Carry Trades leben immer wieder auf und führen Währungen mit Zinsvorteil auf immer neue Höhen. Auch den australischen Dollar. Obwohl der Leitzins am Mittwoch nicht erhöht wurde, legt die Währung zu.

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          Nach einer kurzen Zwischenkonsolidierung von Mitte April bis Ende Mai des laufenden Jahres hat der australische Dollar in den vergangenen Tagen den mittelfristigen Aufwertungstrend gegen den amerikanischen Dollar wieder aufgenommen und mit 84,34 amerikanischen Cents je Aussie-Dollar ein neues 18-Jahres-Hoch erreicht.

          Alleine am Mittwoch geht es um 77 Stellen nach oben, obwohl die australische Zentralbank den Leitzins zum sechsten Mal in Folge unverändert bei 6,25 Prozent belassen hat. Diese Entscheidung kam nicht unerwartet, war sie doch vom Markt in dieser Form aufgrund der in der vergangenen Monaten leicht zurückgehenden Inflationsrate und vor allem auch der Inflationserwartungen erwartet worden. Die Inflationsrate lag im ersten Quartal bei 2,4 Prozent und damit in der unteren Hälfte des Zielkorridors der Zentralbank von zwei bis drei Prozent.

          Wachstum in Australien zeigt wieder frische Dynamik

          Auf der anderen Seite fielen die Wachstumsdaten für das erste Quartal des laufenden Jahres mit einem Plus von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal überraschend stark aus. Auf Jahresbasis belief sich die Wachstumsrate auf 3,8 Prozent. Das ist das stärkste Wachstum seit dem Jahr 2004 und geht vor allem von der Binnenwirtschaft aus. Das zeigt sich unter anderem daran, dass der Wert der importierten Waren nach wie vor größer ist als der Wert der Exporte.

          Nun geht der Markt davon aus, dass der unveränderte Leitzins das angesichts einer rekordtiefen Arbeitslosigkeit ohnehin schon robuste Konsumentenvertrauen noch weiter stärken und das schon lange anhaltende Wirtschaftswachstum im Lande wieder dynamischer werden lässt. Das Vertrauen erreichte im Mai einen Rekordwert, der unter anderem auf den stärksten Stellenzuwachs seit 18 Jahren und die tiefste Arbeitslosenrate seit dem Jahr 1974 erklärt werden kann.

          Hintergrund dieser Entwicklung ist einerseits der internationale Rohstoffboom, der sich bei den Minenunternehmen des rohstoffreichen Landes positiv bemerkbar macht. Indirekt führte das schon in den vergangenen Jahren zu einem Bau- und Immobilienboom, der auch nicht vom erhöhten Zinsniveau abgekühlt zu werden scheint. Auf dieser Basis dürfte es bei einer anhaltend robusten weltwirtschaftlichen Entwicklung nur eine Frage der Zeit sein, bis sich die Knappheit auf dem Arbeitsmarkt in Form steigender Löhne mit entsprechenden Folgen mittelfristig auf der Preisseite wieder bemerkbar macht.

          Anhaltender Zinsvorteil

          Aus diesem Grund rechnen Experten damit, dass die Zentralbank spätestens im kommenden Jahr den Leitzins wird weiter erhöhen müssen. Das führt zusammen mit der robusten wirtschaftlichen Entwicklung dazu, dass der australische Dollar nicht nur aufgrund des bestehenden Zinsvorsprungs - der Dreimonats-Zins liegt bei 6,4 Prozent und die Rendite der Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von zehn Jahren liegt bei 6,1 Prozent -, sondern dass auch die Zinserwartungen eine Rolle spielen.

          In einem Umfeld mit einem anhaltend hohen Risikoappetit dürfte das trotz des massiven Leistungsbilanzdefizits des Landes dazu führen, dass der australische Dollar zumindest gegen den amerikanischen noch weiter zulegen kann. Auch gegen den Euro befindet sich die Währung in einem mittelfristigen Aufwertungstrend, der gerade in den vergangenen Tagen zu ausgeprägten Kursgewinnen führte. Alleine am Mittwoch geht der Kurs um 156 Stellen nach unten auf 1,6032 australische Dollar je Euro.

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