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Devisenmärkte : Im Auge des Sturms

EZB-Präsident Draghi: Um eine zu starke Abschwächung des Wirtschaftswachstums zu verhindern, senkte die Zentralbank kürzlich ihren Leitzins. Bild: AP

Am Devisenmarkt schwanken die Kurse kräftig und der Euro befindet sich mittendrin. Öfter als Verlierer und manchmal als Gewinner. Das Pfund gehört dabei jedoch zu den stärksten Währungen.

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          An den Devisenmärkten klagen derzeit Händler über geringe Kursausschläge. Eine Ruhe am Markt ist aber nur mit Blick auf die für den Handel wichtigen kurzen Fristen erkennbar. Auf mittlere Frist zeigen sich erhebliche Kursveränderungen. So gehört das Pfund zu den stärksten Währungen der vergangenen Monate. Getrieben von einer wirtschaftlichen Erholung in Großbritannien und einer steigenden Wahrscheinlichkeit einer Leitzinserhöhung durch die Bank of England hat das Pfund unter anderem gegenüber dem Euro deutlich aufgewertet und damit den Eindruck verstärkt, der Euro sei eine Schwachwährung.

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

          Die Veröffentlichung des Protokolls der Juli-Sitzung der Bank of England zeigt, dass dort noch keine Mehrheit für eine Zinserhöhung existiert. Gouverneur Mark Carney hat dieser Tage in einer Rede gesagt, die Argumente für und gegen eine Erhöhung des Leitzinses würden zum Jahresende deutlicher. Dies haben viele Marktteilnehmer als Hinweis auf den Zeitpunkt einer Zinserhöhung aufgenommen.

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          Vom Sommer 2014 bis zum Frühjahr 2015 hatte auch der Dollar gegenüber der Gemeinschaftswährung deutlich zugelegt. Seit rund einem Vierteljahr schwankt der Kurs in einem engen Band zwischen 1,05 und 1,15 Dollar. Die zumindest vorübergehende Beruhigung der Lage in Griechenland mag einerseits als eine gute Nachricht für den Euro verstanden werden, aber sie könnte auch die Bereitschaft der Führung der Fed stärken, im Herbst ihren Leitzins zu erhöhen. Denn es ist bekannt, dass die Fed ihre Zinsentscheidung auch unter dem Eindruck der internationalen wirtschaftlichen Entwicklung fällen will.

          Der Euro hat zwar seit Mitte vergangenen Jahres gegenüber einer Reihe bekannter Währungen, darunter auch dem Franken, abgewertet, aber vor allem in den vergangenen Monaten gegenüber anderen Währungen an Wert gewonnen. Dazu zählen Währungen von Ländern, deren Wirtschaft unter den rückläufigen Rohstoffpreisen leidet und deren Zentralbanken daher ihre Leitzinsen gesenkt haben, um die Konjunktur zu stabilisieren.

          Bild: F.A.Z.

          Ein solches Verhalten ließt sich zuletzt für Kanada beobachten, aber auch für Australien und Neuseeland. Und es gilt, auf den ersten Blick vielleicht etwas überraschend, auch für Norwegen, dessen Krone zu den Hochzeiten der Euro-Krise in den Jahren 2011 und 2012 als Fluchtwährung diente und angesichts der politischen, wirtschaftlichen und finanziellen Stabilität Norwegens deutlich an Wert gewann.

          Lira gehört zu den drei schwächsten Währungen

          Die Krone wertete noch in den ersten Monaten des laufenden Jahres gegenüber dem Euro auf, aber in der jüngeren Vergangenheit hat sich wegen des stark rückläufigen Ölpreises dieser Trend wieder umgekehrt. „Der Zusammenhang von Rohstoffpreisen und Wechselkursen ist nicht unbedingt trivial“, warnen jedoch die Analysten der Helaba.

          Die rückläufigen Einnahmen aus Ölverkäufen seien für Norwegen kein bedeutendes Problem, allerdings würden weitere Investitionen in die Förderung unattraktiv. Um eine zu starke Abschwächung des Wirtschaftswachstums zu verhindern, senkte die Zentralbank kürzlich ihren Leitzins, was die Abwertung der Krone weiter beförderte. Die Helaba sieht ab dem kommenden Jahr wieder Chancen auf eine Aufwertung der Krone: „Die langfristigen Aussichten für die norwegische Krone bleiben angesichts der sehr gesunden Staatsfinanzen, der positiven Leistungsbilanz sowie der derzeit historisch niedrigen Bewertungen günstig.“

          Ein ganzes Bündel von Gründen erklärt die Abwertung der türkischen Lira, die im bisherigen Jahresverlauf zu den drei schwächsten Währungen aus den Schwellenländern zählt: Innen- und außenpolitische Unsicherheit, ein Leistungsbilanzdefizit und eine mit gut sieben Prozent hohe Inflationsrate zehren am Wert der türkischen Währung.

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