https://www.faz.net/-gv6-2m0u

Devisen : Zinssenkung führt zu Konfusion

  • Aktualisiert am

Wo liegt der wahre Wert? Bild:

War die überraschende US-Zinssenkung Anfang des Jahres noch positiv für den Dollar, so stiftet die neue Zinsüberraschung Verwirrung.

          1 Min.

          War die erste überraschende Zinssenkung in den USA Anfang des Jahres noch positiv aufgenommen worden, so überwiegt momentan am Devisenmarkt die Konfusion über die erneute Absenkung der Fed Funds um 50 Basispunkte auf nun 4,5 Prozent - völlig unerwartet zwischen den üblichen Treffen der Notenbanker.

          Es gibt nach Aussagen der Devisenmarktspezialistin Sonja Hellemann von Dresdner Kleinwort Wasserstein zwei Grundtheorien:

          Erstens ist die Wirtschaft wirklich so schlecht, dass sie weitere Impulse von Seiten der Notenbank benötigt, um wieder auf die Beine zu kommen. Dieses Szenario wäre positiv für den Dollar und negativ für den Euro, obwohl das der volkswirtschaftlichen Logik widerspricht. Aus diesem Grund verlor der Euro gegen den Dollar unmittelbar nach der Bekanntgabe der überraschenden Entscheidung einen Cent auf 87 Cents.

          Zweitens kamen aber sofort Gerüchte auf, die besagen, die amerikanische Notenbank Fed wisse etwas, was der Markt noch nicht weiß. Beispielsweise eine Krise in Lateinamerika, die gerade dabei sei, auszubrechen und auf die die Fed vorbeugend reagiere. „Dieses Szenario wäre absolut negativ für den Dollar“, sagt Hellemann. „Denn wenn sich die Fed um etwas genug Sorgen macht, damit sie außerhalb aller Regel die Zinsen sogar um 50 Punkte senkt, dann muss es schon etwas Ernsthaftes sein“. Aus diesem Grund hat sich der Euro auch wieder von seinen Tiefständen erholt und lag um 18:00 Uhr bei 88,35 Cents.

          „Verwunderlich ist vor allem die Begründung“, erklärt Hellemann. Die Fed hätte die Aktion damit begründet, dass die Kapitalinvestitionen so schwach seien. Das möge ja durchaus sein, „aber ist es dann nötig, dies so überraschend zu tun“, fragt Hellemann? Denn gerade mit dieser Begründung käme es auf ein paar Tage nicht an, also hätte es durchaus gereicht, bis zu einem regulären Treffen zu warten.

          Weitere Themen

          Wie stark wirken die EZB-Anleihekäufe?

          EZB-Streit : Wie stark wirken die EZB-Anleihekäufe?

          Die Bundesbank und die Commerzbank befassen sich in zwei Studien mit den Anleihekäufen der Europäischen Zentralbank – mitten im Streit um das kritische Urteil des Bundesverfassungsgerichts.

          Topmeldungen

          Hat schon sein halbes Leben in der Politik verbracht: Konstantin Kuhle

          Nachwuchspolitiker : Ein Talent läuft sich warm

          Konstantin Kuhle wollte so sehr in die Politik, dass er tat, was manche Jugendlichen nur machen, um den ersten Alkohol ihres Lebens zu kaufen: Er fälschte sein Alter. Porträt eines Nachwuchspolitikers.
          Newcastle United spielt im St. James’ Park, zumindest wieder wenn die Corona-Pause vorbei ist.

          Fußballklub im Fokus : Arabische Schlacht um Newcastle

          Muhammed bin Salman und der saudische Staatsfond wollen Newcastle United übernehmen. Der Premier-League-Partner Qatar hält dagegen. Es ist ein Kampf mit allen Mitteln – und ein Konflikt, der weit über den Sport hinaus reicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.