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Devisen : Yen scheint nicht zu stoppen

  • Aktualisiert am

Japan leidet unter der eigenen Währung Bild: dpa

Im Ringen mit der Bank of Japan haben die Spekulanten einen wichtigen Sieg erreicht: Die Marke von 120 Yen pro Dollar ist gefallen.

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          Im Ringen mit dem japanischen Staat haben die Spekulanten einen wichtigen Etappensieg erreicht: Am Donnerstagmorgen macht es sich der Yen über der Marke von 120 Yen pro Dollar gemütlich: Mit 119,57 hat er gegen 9.30 Uhr ein neues Neunmonats-Hoch markiert.

          Damit scheint der Weg frei für Niveaus um 116,50 Yen, die zuletzt im September 2001 erreicht wurden. Die Intervention der japanischen Notenbank vom Mittwoch, dem zweiten Tag in Folge, habe jedenfalls keine nachhaltigen Impulse gebracht, stellt ein Händler fest. Zuviele Investoren schichteten einfach weiter in Yen um, da Japan ein größeres Wachstumspotenzial zugetraut werde.

          Markt spricht weiter von fundamentaler Wende

          „US-Anlagen sind fundamental unattraktiver geworden“, meint John McNeill, Fondsmanager bei Britannic Investment. „Mit Fällen wie Worldcom und einem derart großen Defizit wird es schwierig für die USA, genügend Kapital zur Dollarstützung anzuziehen.“ Das Rekord-Handelsdefizit von 112,5 Milliarden Dollar im ersten Quartal, das 4,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht, wird zunehmend als schwerste Hypothek für den Dollar genannt.

          Doch die Ehrfurcht des Marktes vor der Bank of Japan, die im Auftrag des Finanzministeriums am Devisenmarkt agiert, bleibt groß: Die Vergangenheit habe gerade in Bezug auf Japan gezeigt, dass letztendlich die Notenbank gewinne, meint ein Devisenhändler: „Dieser Kampf wird jedoch sehr hart und dürfte noch lang dauern.“

          Konzertierte Aktionen werden wahrscheinlicher

          Andere Marktteilnehmer glauben allerdings, dass der weltweiten Talfahrt des Dollar nur mit einer konzertierten Aktion der Notenbanken in Japan und Europa begegnet werden könne. Da sich der Leidensdruck in Europa bereits spürbar erhöht hat, ist ein solcher Schulterschluss durchaus denkbar.

          Für Japan verschärft sich die Gefahr, dass der starke Yen über geringere Exporterlöse den zaghaften Aufschwung abwürgt. Japans Exporte stiegen im Mai um 5,7 Prozent gegenüber dem Vormonat, der größte Zuwachs seit Januar. Das heißt aber auch, dass japanische Firmen mehr Devisen in Yen umwandeln, was wiederum die Nachfrage nach der japanischen Währung steigert.

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