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Devisen : Yen-Käufer haben die Terminkurve gegen sich

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Bild: FAZ.NET

Gegenwärtig scheint die Spekulation auf eine Aufwertung niedrig verzinslicher Währungen verlockend zu sein. Privatanleger sind dabei auf Nischenanbieter angewiesen. Beim Kauf von Terminkontrakten haben sie die Zinsdifferenz gegen sich.

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          Angesichts der fundamentalen Bewertung, angesichts der jüngsten Veränderungen an den Finanzmärkten und nicht zuletzt auch angesichts der zumindest rhetorischen Interventionen von verschiedensten Seiten scheint es verlockend zu sein, zumindest temporär auf die Aufwertung des japanischen Yen gegenüber dem Dollar und dem Euro, vor allem aber auch gegen die hoch verzinslichen Währungen zu spekulieren.

          Nichts scheint näher zu liegen, als den Dollar oder auch den Euro gegen den Yen zu verkaufen. Tut man das am Währungsmarkt direkt, so ist allerdings der Einsatz großer Summen nötig, um einen beachtlichen Gewinn erzielen zu können. Denn tauscht man beispielsweise aktuell bei einem Kurs von etwa 156 Yen je Euro 10.000 Euro gegen Yen und der Kurs fiele auf 146 Yen je Euro, so hätte man theoretisch gerade einmal knapp 700 Euro verdient.

          Mit Sortenkursen kann man keine Währungen handeln ...

          Dem steht alleine schon die Tatsache gegenüber, dass Privatanleger für solche Beträge von ihren Banken in der Regel nicht die engen Kursspannen des professionellen Marktes erhalten, sondern üblicherweise über die so genannten Sortenkurse abgespeist werden. Das heißt, die Banken nehmen sich beim Umtausch von einer Währung zur anderen zu Lasten der Kunden risikolos kräftige Margen heraus.

          So bleibt für spekulative Anleger nur „der Gang“ zu spezialisierten Nischenanbietern, wie beispielsweise der FXdirekt Bank oder zu ausländischen Anbietern wie etwa der dänischen Saxobank, die auch normalen Anlegern die Spekulation mit Währungen zu kompetitiven Kursen möglich machen. Nicht nur die Kurse sind deutlich besser als im Sortenhandel, sondern solche Unternehmen bieten nicht selten auch umfassende Hard- und Softwarelösungen sowie verschiedenste Dienstleistungen rund um den Handel mit Devisen.

          Das alleine ist nicht alles. Anleger können auch „auf Marge“ handeln. So bietet die FXdirekt Bank Margins von drei, zwei oder gar einem Prozent mit Hebeln von 1:33, 1:50 oder gar 1:100 an. Auf diese Weise können Anleger zwar einerseits überproportional von Kursbewegungen am Währungsmarkt profitieren. Auf der anderen Seite sind jedoch auch die Risiken entsprechend hoch. Denn die „Hebel“ wirken auf beide Seiten: Läuft der Markt gegen die Position des Anlegers, so summieren sich die Verluste rasch und deutlich an, sofern sie nicht durch Stopp-Loss-Orders abgesichert sind. Absicherungsstrategien empfehlen sich im Devisenhandel unbedingt.

          ... sondern ist auf Nischenanbieter angewiesen

          Die Alternative sind derivative Produkte mit asymmetrischem Risikoprofil. So mag es gegenwärtig reizvoll sein, sich einen Yen-Call ins Depot zu legen, um auf diese Weise von einer möglichen Reduktion bestehender Yen-Positionen und einer dadurch ausgelösten Aufwertungsbewegung profitieren zu können. Mit Blick auf die noch anhaltenden Trends und die anhaltende „Carry-Stimmung“ an den Märkten mag eine solche Strategie zwar gewagt erscheinen. Allerdings halten auch lange währende Trends nicht ewig.

          Welche Kursbewegungen im Extremfall möglich sind, zeigte sich in den Jahren 1998 und im Januar des Jahres 1999. Damals fiel der Kurs des Dollars gegen den Yen innerhalb von gerade einmal einem halben Jahr von 147,36 Yen je Dollar auf bis zu 108,63 Yen. Das entspricht einem Minus von etwas mehr als 26 Prozent - und das ist für eine Wechselkursbewegung etablierter Währungen sehr viel.

          Allerdings sind solche Bewegungen auch nötig, um bei Options- und Termingeschäften zum Erfolg zu führen. Denn spekuliert man auf die Aufwertung einer niedrig verzinslichen Währung, so hat man als Anleger die Zinsdifferenz gegen sich. Das heißt, bewegt sich der Wechselkurs nicht, so verliert ein entsprechender Kontrakt alleine schon aufgrund des Zins-Zeiteffektes an Wert. Liegt der aktuelle Kassakurs zwischen Euro und Yen bei 156 Yen, so liegt der Terminkurs auf Sicht eines Jahres wegen der Zinsdifferenz bei etwa 151 Yen. Schließt man einen Terminkontrakt mit einem Jahr Laufzeit ab, so muss der Wechselkurs in einem Jahr folglich deutlich unter 151 Yen je Euro liegen, um beim Anleger zu einem Gewinn führen zu können.

          Insgesamt haben Anleger bei der Spekulation auf Wechselkurse die Wahl zwischen so genannten Kassapositionen mit hohem, aber entsprechend riskanten Hebel. Oder sie setzen auf asymmetrische Termingeschäfte. Allerdings haben sie dort die Zinsdifferenzen gegen sich.

          Siehe auch: Euro-Yen-Put-Optionsscheine und Dollar-Yen-Put-Optionsscheine

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