https://www.faz.net/-gv6-3vlm

Devisen : Südafrikanischer Rand auf Jahreshoch gegen den Dollar

  • Aktualisiert am

Der südafrikanische Rand hat im vergangenen Jahr massiv an Wert verloren. in jüngster Zeit legt er wieder zu, zumindest gegen den Dollar.

          Der Stimmungswandel an den Finanzmärkten hin zum Positiven lässt den Risikoappetit der Anleger steigen. Davon scheinen nicht nur die Börsen der industrialisierten Länder, sondern auch die Schwellenländer zu profitieren. Beispielsweise Südafrika.

          Seit Ende Oktober scheinen dort die politischen Wirren um das Nachbarland Simbabwe nicht mehr so ernst genommen zu werden, wie zuvor. Auch die Angst vor einer weiter zunehmenden Inflation verflüchtigt sich offenbar immer mehr. Die hatte die Zentralbank dazu gezwungen, die Leitzinsen im laufenden Jahr mehrfach zu erhöhen. Die Anleihen waren daraufhin kräftig unter Druck geraten. Die „Republic of South Africa“ mit einem Kupon von zwölf Prozent und einer Laufzeit bis zum Februar des Jahres 2005 hat trotz der relativ kurzen Restlaufzeit im Extrem bis zu neun Prozent an Wert verloren.

          Nettokäufe aus dem Ausland lassen den Rand steigen

          In den vergangenen vier Wochen dagegen hat sie etwa zwei Prozent zugelegt. Vor allem ausländische Investoren traten als Nettokäufer auf. Das hat nicht nur die Kurse der Anleihen beflügelt, sondern auch die Währung konnte deutlich davon profitieren. Mit 9,66 Rand je Dollar erreicht sie am Freitag die größte Stärke seit etwas mehr als einem Jahr. Dabei dürfte es sich allerdings um einen Doppeleffekt handeln. Nämlich einmal um die Nachfrage auf Grund des Geldzuflusses von Seiten der Anleger. Zum Zweiten um eine relative Schwäche des Dollar. Denn der Rand hat zwar in den vergangenen zwölf Monaten auch gegen den Euro zugelegt, aber bei Weitem nicht so stark.

          Allerdings könnte sich die Entwicklung gegen den Dollar selbst verstärken. Denn ein steigender Rand macht Importe immer günstiger - die Inflation ist vor allem auf nach der dramatischen Abwertung im vergangenen Jahr teurer gewordenen Importe zurück zu führen - und nimmt damit den Druck von der Notenbank, die Leitzinsen weiter anzuziehen.

          Risiko: Die Stimmung kann schnell wieder kippen

          Sollte sich auf Grund von möglichen terroristischen Anschlägen, des möglichen Irakkrieges oder schlechter Konjunkturdaten die Stimmung nicht plötzlich wieder verschlechtern, könnte dieser Effekt anhalten. Dollar-Anleger würden mit einer Anlage in Südafrika doppelt profitieren. Über eine zulegende Währung und steigende Aktien und Anleihen. Für Anleger, die Euro denken und rechnen, könnte des dagegen schwierig werden, wenn der Euro gegen den Dollar nach oben ausbrechen sollte.

          So eine Anlage bleibt allerdings riskant, da die Stimmung schnell wieder umschlagen kann. Auch die Weltkonjunktur kann einen Strich durch die Rechnung machen. Sollte sie so schwach entwickeln, wie es sich zurzeit andeutet, dürfte sich davon Südafrika nicht abkoppeln können.

          Weitere Themen

          Hedgefonds könnten an Pleite verdienen

          Thomas Cook : Hedgefonds könnten an Pleite verdienen

          Die Pleite des Reiseveranstalters wirft ein Schlaglicht auf Unternehmensanleihen. Während Gläubiger Geld verlieren, könnten Investoren profitieren, die sich mit Kreditausfallversicherungen eingedeckt haben.

          Fed am Wendepunkt

          Zinssenkung erwartet : Fed am Wendepunkt

          Alle rechnen heute Abend mit einer Zinssenkung der amerikanischen Notenbank. Mit Spannung erwarten sie die Lageeinschätzung des Präsidenten Jerome Powell. Der allerdings steht unter Druck – Trump wirft ihm Ahnungslosigkeit vor.

          Regulierter Krypto-Handel

          Handelsplatz für Bitcoin & Co. : Regulierter Krypto-Handel

          Kryptowährungen gelten als die Zukunft des Geldwesens. Langsam nähern sich beide an. Die Börse Stuttgart schafft jetzt als erste deutsche Börse einen regulierten Handelsplatz - aber keine Börse.

          Topmeldungen

          Thunberg beim Klimagipfel : „Wie könnt Ihr es wagen!“

          Greta Thunberg kritisiert beim UN-Klimagipfel in New York die zögerliche Haltung der Politik beim Klimaschutz und reicht eine Menschenrechtsbeschwerde ein. Bundeskanzlerin Merkel antwortet: „Wir alle haben den Weckruf der Jugend gehört.“

          Pendlerpauschale : Habecks Eigentor

          Es sei doch sympathisch, wenn Politiker mal zugeben, dass sie keine Ahnung haben, heißt es. Das stimmt – bei Robert Habeck und der Pendlerpauschale aber ist es fatal.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.