https://www.faz.net/-gv6-qbn9

Devisen : Schwedische Krone zeigt Schwächezeichen

  • Aktualisiert am

Bild: Bloomberg

Die schwedische Währung verzeichnete in den vergangenen Wochen Kursverluste. Insbesondere gegen den Dollar, die norwegische Krone, aber auch gegen den Euro. Die auslösenden Zinssenkungsspekulationen scheinen sich zu bestätigen.

          2 Min.

          Nach Jahren einer gewissen Stärke gegen den Dollar und einer volatilen Stabilität gegen den Euro zeigt die schwedische Krone seit einigen Wochen gewisse Schwächezeichen.

          Sie mag sich auf der einen Seite mit der Erholung des Greenbacks seit Beginn des laufenden Jahres erklären lassen. Sie hat dazu geführt, daß in den vergangenen Tagen bis zu 7,7263 Kronen nötig waren, um einen Dollar erwerben zu können. Das waren knapp 17,5 Prozent mehr als noch vor einem halben Jahr.

          Schwedische Währung in der Defensive ...

          Da die schwedische Währung jedoch auch gleichzeitig gegen den Euro an Boden verloren hat, deutet das auf eine gewisse Schwäche hin. Immerhin zeigte sich auch die europäische Einheitswährung in den vergangenen Wochen gegen den Dollar deutlich schwächer. Doch die Devisenhändler mußten in den vergangenen Tagen bis zu 9,3127 Konen auf den Tisch legen, um einen Euro erstehen zu können. Das waren knapp fünf Prozent mehr als noch vor einem halben Jahr.

          Hintergrund dürften Spekulationen auf das vergleichsweise schwache Wachstum in Schweden und damit verbunden mögliche Zinssenkungen zu sein. Sie erhielten am Mittwoch durch Äußerungen der schwedischen Zentralbank neue Nahrung, was im Tagesverlauf prompt zu Gewinnmitnahmen führte. Das heißt, am Mittwoch kann die schwedische Krone sowohl gegen den Dollar, als auch gegen den Euro und auch die norwegische Krone leicht zulegen. Dabei dürfte es sich allerdings nur um eine kurzfristige Bewegung handeln.

          ... insbesondere gegen die norwegische Krone

          „Ich persönlich sehe einen gewissen Spielraum für eine expansivere Geldpolitik, über das genauere Ausmaß wird das dafür verantwortliche Gremium in der kommenden Woche entscheiden,“ formulierte Notenbank-Vizegouverneurin Irma Rosenberg ihre Einschätzung in einem veröffentlichten Redetext. Das deutet nach Ansicht von Experten auf eine Zinssenkung in der kommenden Woche hin. Der Leitzins liegt im Moment bei zwei Prozent.

          Der Zinsschritt dürfte dadurch ausgelöst werden, daß das Wachstum in Schweden weniger stark ist als erwartet. Das wiederum dürfte zu einem geringeren Preisdruck führen - falls davon überhaupt die Rede sein kann. Aus diesem Grund rechnet die Zentralbank offensichtlich mit einer zahmen Preisentwicklung in den kommenden ein, zwei Jahren. Mit einer Zinssenkung in Schweden würde die Zinsdifferenz zu Amerika, Europa und auch dem Nachbarland Norwegen größer werden. Das dürfte die Währung nicht gerade beflügeln.

          Die Kursentwicklung zwischen der norwegischen und der schwedischen Krone war in den vergangenen Wochen besonders ausgeprägt. Während die schwedische Währung schwächelte, zeigte die norwegische Stärkezeichen. Das dürfte sich unter anderem mit dem anhaltend hohen Ölpreis erklären lassen. Denn der sorgt in Norwegen für hohe Öleinnahmen. Da diese früher oder später zumindest zum Teil von Dollar in die heimische Währung umgewandelt werden, dürfte die norwegische Währung mittel- und langfristig weiter zur Aufwertung neigen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Macrons Besuch im Libanon : Von Reue fehlt bislang jede Spur

          In Beirut wird Emmanuel Macron wie ein Heilsbringer empfangen. Der französische Präsident verspricht Hilfe – und mahnt Reformen an. Doch bisher deutet nichts darauf hin, dass in der Politik des Libanon eine neue Ära beginnt.

          Wirtschaftswunder Weiden : Von der Zonengrenze zu „Star Wars“

          Weiden galt lange als Oberzentrum einer strukturschwachen Region. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs war die Oberpfalz nicht mehr „Zonenrandgebiet“. Mit Corona und Donald Trumps Abzugsplänen droht nun aber neues Ungemach.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.