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Devisen : Schwedische Krone wirkt schwächlich

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Schwedische Münzen und Scheine Bild: AP

Die schwedische Zentralbank hält den Leitzins auf dem Rekordtief von 1,5 Prozent und erwartet eine moderate Preisentwicklung. Das bringt die Währung nach einer gewissen Konsolidierung wieder in die Defensive.

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          Mit deutlichen Kursverlusten sowohl gegen den Dollar als auch gegen den Euro reagiert am Donnerstag die schwedische Krone auf die Tatsache, daß die Zentralbank des Landes den Leitzins unverändert auf dem Rekordtief von 1,5 Prozent beläßt.

          Die Währung des nordischen Landes verlor im frühen Handel gegen den Dollar bis zu 424 Stellen auf bis zu 7,9363 Kronen je Dollar und gegen den Euro bis zu knapp 500 Stellen auf bis zu 9,4979 Kronen je Euro im bisherigen Tagestief. Nach der ersten Reaktion des Marktes auf die Entscheidung der Zentralbank konnte sich die schwedische Währung zwar etwas erholen, allerdings befindet sie sich nach wie vor deutlich in der Defensive.

          Krone knabbert an Unterstützungszonen

          Die Krone befindet sich gegen beide Währung in einem mittelfristigen Abwertungstrend und steht an maßgeblichen Unterstützungszonen. Sollte sie die Marken von 9,5 Kronen je Euro und von 7,9730 Kronen je Dollar überwinden, dürften zumindest aus technischen Gründen weitere Abwertungstendenzen nicht verwundern.

          Fundamental sieht das Bild nicht viel anders aus. Denn während es in den Vereinigten Staaten so aussieht, als ob die Zinsen noch weiter steigen könnten und während auch die Europäische Zentralbank die Preisentwicklung in Europa ziemlich kritisch betrachtet, scheint die schwedische Zentralbank solche Bedenken nicht zu teilen. Im Gegenteil. In ihrem jüngsten „Statement“ rechnet sie sogar damit, daß die Preisentwicklung in Schweden in den kommenden zwei Jahren unter der angestrebten Marke liegen werde. Die jährliche Inflationsrate wird in zwei Jahren bei 1,8 Prozent liegen, heißt es dort.

          Aus diesem Grund hat die Zentralbank den Leitzins beim zweiten Treffen in Folge auf dem Rekordtief gelassen, um auf diese Weise das Wirtschaftswachstum im Land zu stimulieren. Experten rechnen frühestens im zweiten Quartal des kommenden Jahres mit einer Zinserhöhung. Und das, obwohl der Konsum boomt und obwohl die Regierung vor den Wahlen im September versucht, das Wachstum zu stimulieren, um auf diese Weise neue Arbeitsplätze zu schaffen.

          Schwedische Krone mit Zinsnachteilen

          Die Preisentwicklung scheint jedoch gedämpft zu werden durch eine vergleichsweise hohe Arbeitslosigkeit, die die Lohnentwicklung dämpft. Dazu trägt auch der intensiver werdende Wettbewerb bei, der die Geschäfte nach dem Markteintritt von Discountern wie etwa Lidl und Aldi zu Preisnachlässen zwingt, um im Geschäft zu bleiben. Zusammen mit einer zunehmenden Produktivität dürfte das nach Einschätzung der Zentralbank die Preise zwar steigen lassen, allerdings nur moderat.

          Auf Basis dieser Grundkonstellation scheint die schwedische Währung sowohl gegen den Euro als auch gegen den Dollar schwächeanfällig zu sein. Immerhin gibt es jetzt schon deutliche Zinsnachteile, die künftig sogar noch ausgeprägter werden könnten. Wenn das keine Einladung ist an Spekulanten, diese Situation auszunutzen, was dann?

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