https://www.faz.net/-gv6-ov7l

Devisen : Schwedenkrone nach Zinssenkung auf Rekordtief nicht unter Druck

  • Aktualisiert am

Bild:

Sie schwedische Krone reagiert ohne große Hektik auf die Leitzinssenkung auf ein historisches Tief von zwei Prozent. Manche Marktteilnehmer erwarten sogar eine leichte Stärkung gegen den Euro.

          2 Min.

          Mit einer Zinssenkung um einen halben Prozentpunkt auf zwei Prozent und damit den tiefsten Stand seit einem Jahrhundert reagierte die schwedische Zentralbank auf die zögerliche Wirtschaftsentwicklung im Land, in Verbindung mit einem schwachen Arbeitsmarkt und einer zurückgehenden Inflation.

          Die schwedischen Anleihen reagieren mit Kursgewinnen, aber auch die schwedische Krone legt entgegen der Logik zu. Am Morgen liegt die schwedische Staatsanleihe mit einem Kupon von 6,75 Prozent und einer Laufzeit bis in den Mai des Jahres 2014 mit einem Plus von 31 Stellen bei 120,36 Prozent und rentiert mit 4,22 Prozent. Das sind rund 30 Basispunkte oder 0,3 Prozentpunkte mehr als deutsche Anleihen mit einer vergleichbaren Laufzeit.

          Schwedenkrone läßt sich von Zinssenkung nicht beeindrucken

          Die schwedische Krone legt gegen den Euro leicht zu und liegt mit einem Minus von 156 Stellen bei 9,2628 Kronen je Euro. Dagegen gibt sie gegen den Dollar leicht nach, denn mit 7,5507 Kronen je Dollar sind 35 Stellen mehr notwendig als am Mittwoch, um einen Dollar zu erwerben als am Vortag. Das sind allerdings kurzfristige Bewegungen, denn langfristig befindet sich die Krone seit Anfang des Jahres 2002 in einem Aufwärtstrend gegen den Dollar. Gegen den Euro befindet sie sich seit Ende des Jahres 2002 in einer Seitwärtsbewegung zwischen 8,85 Kronen je Euro und 9,3 Kronen.

          Rein charttechnisch droht sie hier auf der schwächeren Seite, also nach oben auszubrechen. Allerdings gibt es Stimmen, die sagen, absehbare Zinssenkungen seien nun weitgehend im Markt enthalten, und es könnte zu einer Gegenbewegung kommen. Die Analysten von Dresdner Kleinwort Wasserstein würden beispielsweise auf dem aktuellen Niveau dazu tendieren, den Euro gegen die Krone zu verkaufen. Das begründen sie sowohl mit der Bewertung als auch den fundamentalen Aussichten des Landes.

          Zinsschritt war weitgehend erwartet worden

          Der Zinsschritt der Notenbank in dieser Höhe war weitgehend erwartet worden. Denn Produktivitätsgewinne, fallende Preise für Elektrizität und begrenzte Lohnsteigerungen halten die Inflation unter der Zielmarke der Zentralbank von zwei Prozent. Das gab ihr Spielraum, den Leitzins auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 1907 zu senken, um gegen die Arbeitslosigkeit anzugehen. Sie liegt nahe an einem Fünfjahreshoch. Die jüngste Zinssenkung ist die siebte seit November des Jahres 2002.

          Weitere Zinssenkungen dürften vorerst allerdings nicht mehr auf der Agenda stehen. Denn die Konjunktur gibt Lebenszeichen von sich, vor allem angetrieben von den Exporten. Sie sind für die Hälfte der wirtschaftlichen Aktivitäten in Schweden verantwortlich. So sind die internationalen Umsätze im Februar um sieben Prozent auf 71,3 Milliarden Kronen gestiegen.

          Sollte die europäische Zentralbank den Leitzins nicht doch noch deutlich senken oder die Inflation noch deutlich weiter fallen, dürften keinen weiteren Zinsschritte mehr zu erwarten sein, denkt beispielweise Volkwirt Jesper Hansen von der Danske Bank in Kopenhagen. Auf dieser Basis dürfte sich auch die schwedische Krone kaum weiter gegen den Euro abschwächen.

          Weitere Themen

          „EZB hat an Rückhalt verloren“

          Ökonom : „EZB hat an Rückhalt verloren“

          Die Kritik an der Geldpolitik ist auch in der breiten Öffentlichkeit angekommen, stellt der Chefvolkswirt der Privatbank Donner & Reuschel fest. Für 2020 erwartet er politisierte Börsen.

          Topmeldungen

          Ehemaliger Hassprediger : Sven Laus Verwandlung

          Der frühere Salafist gibt sich geläutert. Die Haft habe ihn mehr als nur gebrochen. Bald will er sich sogar in der Prävention engagieren. Die Leute hätten ihm ja schon einmal zugehört.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.