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Devisen-Performance : Stärke des argentinischen Peso - ein statistischer Irrtum

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Der argentinische Peso legte im Oktober gegen den Euro zu. Mit der geschickten Auswahl der Daten lässt sich aber beinahe alles beweisen.

          Tot Gesagte leben länger. Dieses platte Motto lässt sich im Rückblick auf den Devisenmarkt übertragen. Zumindest wenn man allein den Monat Oktober betrachtet, hat sich der argentinische Peso unter den wesentlichen „Weltwährungen“ am besten gegen den Euro geschlagen und legte 5,67 Prozent zu.

          Allerdings beweist dieser beschränkte Blick auch, dass sich an den Finanzmärkten mit der richtigen Auswahl der Daten beinahe alles beweisen lässt. Denn der Peso verlor von Ende des Jahres 2001 bis Anfang Juli des Jahres 2002 knapp 74 Prozent seines Wertes, bevor er in einen relativ stabilen Seitwärtstrend um 3,5 Peso je Euro überging.

          Die „Oktoberstärke“ ist reiner Zufall

          Und allein innerhalb dieses Seitwärtstrends konnte er zufälligerweise im Oktober zumindest statistisch „scheinen“. Dabei hat sich an der grundsätzlichen Lage Argentiniens nichts geändert. Das Land ist wirtschaftlich völlig angeschlagen und befindet sich nach wie vor im Status der Zahlungsunfähigkeit. Die Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds laufen zwar, aber eine kurzfristige Lösung ist nicht absehbar. Aber die Stabilisierung am Devisenmarkt ist schon einmal mehr als nichts.

          Ähnlich sieht es aus mit dem südafrikanischen Rand. Der konnte im Oktober gegen den Euro knapp vier Prozent zulegen. Allerdings hat er im Jahr 2001 knapp 50 Prozent seines Wertes verloren und bewegte sich im Jahr 2002 bisher in einer relativ breiten Seitwärtsbewegung zwischen neun und elf Rand je Euro. Und innerhalb dieser konnte er nun leicht zulegen. Der Rand zeigt sich zwar auch im Jahresrückblick stark. Allerdings handelt es sich dabei allein um einen Basiseffekt. Er hatte einfach am Ende des vergangenen Jahres einen extrem tiefen Stand erreicht, von dem er sich wieder etwas erholen konnte. Eine Aufwertungstendenz lässt sich daraus keinesfalls ablesen.

          Die norwegischen Krone im Aufwärtstrend

          Ganz im Gegensatz zur norwegischen Krone. Die zeigt mit einem Plus von 8,27 Prozent gegen den Euro nicht erst seit Jahresbeginn ihre Stärke, sondern dieser Trend hält in der Grundtendenz schon seit der Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung an. Grund ist sicherlich die wirtschaftliche Solidität des Landes, mit Budget- und Zahlungsbilanzüberschüssen.

          Und genau das Gegenteil dürfte für die Staaten mit schwachen Währungen gelten. Das sind seit Jahresbeginn vor allem Brasilien, Kolumbien und die Türkei. Hier sind die Probleme bekannt und überdeutlich: Zu hohe Staatsausgaben führen bei zu schwacher wirtschaftlicher Entwicklung zu rasant steigender Verschuldung. Die lässt sich immer weniger schultern. Und irgendwann lassen sich die Grundprobleme überhaupt nicht mehr auf diese feige, populistische Art lösen. Dann droht der Kollaps. Argentinien lässt grüßen.

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