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Devisen : Kanada-Dollar profitiert vom Rohstoffboom

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Bild: Bloomberg

Der kanadische Dollar schlägt sich wacker gegen den Greenback und auch den Euro. Die Marktteilnehmer bauen darauf, daß hohe Rohstoffpreise das Wachstum und damit indirekt die Nachfrage nach der Währung beflügeln.

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          Die Jahre 2002 bis Ende 2004 waren am Devisenmarkt geprägt von der Schwäche des amerikanischen Dollars. Sie machte sich in den vergangenen Jahren recht ausgeprägt auch gegen die Währung des nördlichen Nachbarlandes bemerkbar.

          Waren im Januar des Jahres 2002 noch 1,6151 kanadische Dollar nötig gewesen, um einen Greenback erwerben zu können, so waren dafür zum Ende des vergangenen Jahres nur noch 1,1718 Loonies notwendig. Das ist ein Minus von 27,45 Prozent.

          Gute Argumente für den Loonie

          Seit Jahresbeginn erholte sich der amerikanische Dollar zwar auf Grund einer „technischen Bereinigung“ ausgeprägter spekulativer Positionen gegen viele Währungen, allerdings nicht sonderlich ausgeprägt gegen den kanadischen Dollar. Von November des vergangenen Jahres bis Mai des laufenden Jahres stieg der Kurs zwar zunächst von 1,1718 Kanada-Dollar je Dollar auf bis zu 1,2734 Loonies.

          Bild: Bloomberg

          Allerdings war das offensichtlich nur eine vorübergehende Erscheinung. Denn inzwischen zeigte die kanadische Währung erneut ihre Stärke und liegt inzwischen wieder bei 1,1983 Kanada-Dollar. Damit ist die Währung in einer aus dem Jahr 1992 stammenden Widerstandszone. Sollte sie überwunden werden, wäre der Weg aus technischer Sicht frei bis auf das 15-Jahreshoch der kanadischen Währung bei 1,1190 Loonies je Greenback.

          Auch fundamental scheinen die Argumente dafür nicht allzu schlecht sein. Denn die kanadische Währung profitiert vom Rohstoffreichtum des Landes und damit indirekt von den in diesem Bereich steigenden Preisen. Sie führen zur Vermutung, daß sie nicht nur die Gewinne der Rohstoffunternehmen antreiben werden, sondern auch die Wachstumszahlen des Landes. Immerhin tragen sie zu 35 Prozent zu den kanadischen Exporten bei.

          Nachfrage nach der Währung aus verschiedenen Gründen

          Die Nachfrage nach der kanadischen Währung dürfte allerdings nicht nur von der Exportnachfrage kommen, sondern auch von zunehmenden Direktinvestitionen in Kanada. Denn hohe Rohstoff- und Ölpreise machen Appetit auf die Erschließung neuer Ressourcen, unter anderem die großen Vorkommen an Ölsänden. War ihre Ausbeutung bei tiefen Ölpreise unrentabel, so dürften sie sich bei einem dauerhaft höheren Preisniveau zu Erträgen führen. Die Beteiligung von Xstrata am Kupfer- und Zinkunternehmens Falconbridge spricht in diesem Zusammenhang nicht nur für sich, sondern auch für den kanadischen Dollar.

          Die Spekulation auf das Wachstum des Landes schließt auch jene auf steigende Zinsen mit ein. Die Terminmärkte rechnen offensichtlich mit einer Zinserhöhung um 25 Basis- oder 0,25 Prozentpunkte zum Jahresende. Auf diese Weise würde auch der auf Grund der Zinserhöhungen in den Vereinigten Staaten entstandene Zinsnachteil relativiert werden. Immerhin sind die Renditen an den Rentenmärkten in Amerika höher als in Kanada.

          Steigende Zinsen würden der kanadischen Währung auch weiter gegen den Euro helfen. Sie konnte auf Sicht eines Jahres schon von 1,6975 auf 1,4818 kanadische Dollar je Euro aufwerten. Allerdings scheint sie sich inzwischen in einer Art von Konsolidierungszone zu befinden. Spätestens bei 1,46 Kanada-Dollar je Euro beginnt eine ausgeprägtere Widerstandszone.

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