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Devisen : "Japan bleibt nur die Yen-Abwertung"

  • Aktualisiert am

Der Yen ist kein Schwergewicht mehr Bild: AP

Seit einigen Wochen fällt der Yen wieder. Laut dem Bankhaus Sarasin bleibt Japan auch keine andere Wahl als abzuwerten.

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          Es bleibt dabei: Japan krebst weiter vor sich hin. Das zeigen nicht nur die jüngsten schwachen Konjunkturdaten wie die am Freitag veröffentlichte rekordhohe Arbeitslosenquote und die deflationäre Preisentwicklung sondern auch die Rückstufungen durch Ratingagenturen.

          Für das Schweizer Bankhaus Sarasin ist daher die Ausgangslage in Japan eindeutig: Um endlich aus der Misere zu kommen, bleiben laut Analyst Jan Amrit Poser nur zwei Alternativen. Die eine davon sind Strukturreformen und die andere eine Abwertung des Yen.

          Zunehmender Druck vom Ausland

          Sollten sich die Japaner bei der Lösung ihrer Probleme weiter selbst im Wege stehen, setzt Poser auf die heilende Wirkung von verstärktem internationalen Druck. Je öfter Japan als Gefahr für die Weltwirtschaft eingeschätzt werde, umso mehr erhöhe sich der Druck, den die US-Regierung und der Internationale Währungsfonds auf die Verantwortlichen vor Ort ausübe.

          Zu den drei zentralen Punkten, die dabei immer wieder gefordert werden, zählen die Einleitung wirksamer Reformen, die Setzung eines Inflationsziels um die Deflation zu beenden sowie der Kauf ausländischer Anleihen um so den Yen zu schwächen.

          Moderate Kursprognosen

          Unter dem Strich bleibt Japan laut Poser ohnehin kaum noch eine andere Wahl, als den Yen abzuwerten. Der Notenbank sind angesichts der de facto bereits bestehenden Nullzinspolitik ebenso weitgehend die Hände gebunden wie der Fiskalpolitik wegen des bereits hohen Verschuldungsniveaus von 130 Prozent gemessen am Bruttouinlandsprodukt.

          Vor dem Hintergrund dieser klaren Haltung überrascht die relativ zahme Devisenkursprognose von Sarasin. Einer Studie vom Freitag zufolge sehen die Schweizer das Verhältnis Dollar-Yen am Ende des ersten Quartals 2002 bei 128 Yen und für das vierte Quartal 2002 bei 130 Yen. Gemessen am Niveau vom Freitagabend von rund 123 Yen wäre dies nämlich keine gravierende Abwertung. Allerdings darf dabei nicht vergessen werden, dass wir bei 130 Yen auf einem Dreijahrestief notieren würden.

          Seit drei Monaten befindet sich der Yen zum Dollar jedenfalls wieder auf dem absteigenden Ast. Und nicht nur das Bankhaus Sarasin sagt ihm weitere Verluste voraus (siehe Link: Dollar bevorzugt). Auch andere Marktteilnehmer wie Yoshihiko Kobayashi von der Bank of Amerika zeigen sich nachdenklich: "Beim Yen haben wir das Schlimmste noch nicht gesehen. Das ist keine Währung, die man kaufen muss", ist er sich sicher. Diese klare Position ist umso erstaunlicher, als dass die US-Konjunktur, und damit streng genommen auch der Dollar, derzeit ebenfalls nicht gerade vor Stärke strotzen.

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