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Devisen : Interventionen sollen den Yen schwächen

  • Aktualisiert am

Applaus für den Yen Bild: AP

Die Japaner intervenieren zugunsten des Dollar, um die Talfahrt der US-Devise zu stoppen. Der Euro steigt auf Jahreshoch.

          2 Min.

          So schnell geht es am Devisenmarkt. Hatte der Yen noch am Dienstag gegen den Dollar ein Fünfmonatshoch markiert, so schien bei einer Marke von 123,5 Yen pro Dollar die Schmerzgrenze erreicht zu sein. Denn am Mittwoch ist auf diesem Niveau die japanische Notenbank in den Markt gekommen, um den raschen Anstieg des Yen mit Verkäufen zu bremsen.

          Der Yen stieg innerhalb von wenigen Minuten von 123,70 Yen auf 125 Yen pendelt am Mittwochmittag zwischen 124,6 und 125 Yen je Dollar. Gegenüber dem Euro setzt sich die Talfahrt des Dollar allerdings weiter fort. Der Euro markiert am Mittwochmittag mit Kursen von 0,9271 Dollar ein neues Jahreshoch. Hier setzt sich die Anti-Dollar-Stimmung weiter fort. (siehe Links)

          Erste Intervention seit September

          Das ist die erste Intervention seit dem September des vergangenen Jahres. Auch wenn sich Japans Finanzminister Masajuro Shiokawa eher besorgt über die Geschwindigkeit der jüngsten Aufwertung des Yen gegen den Dollar zeigte, dürfte die Intervention nicht zufällig zusammenfallen mit dem Aufprallen der Währungsrelation auf dem seit September 2000 anhaltenden Aufwärtstrend. Wäre der der signifikant durchbrochen worden, hätte der stark technisch orientierte Devisenmarkt in einen Panikverkauf übergehen können. So mag die Befürchtung gewesen sein.

          Japan hat auch klar gemacht, dass es die Interventionen aufrecht erhalten wolle, falls es notwendig sein sollte. Zuletzt hatte die Notenbank im September vergangenen Jahres wiederholt zwischen 116 und 120 Yen in den Markt eingegriffen, damals ein stärkeres Abgleiten des Dollar vermieden und damit den bis jetzt anhaltenden Aufwärtstrend mehr oder weniger etabliert.

          Japan scheint die Anleger wieder zu inspirieren

          Mit Blick auf die Zukunft scheint der Markt überrascht zu sein vom Wirtschaftswachstum in Japan. Der Index für die Industrieproduktion ist im März um 1,2 Prozent gestiegen und würde für das erste Quartal ein Wachstum von 7,5 Prozent auf annualisierter Basis bedeuten. Angesichts der Schwierigkeiten an den amerikanischen Börsen scheint auch der japanische Aktienmarkt wieder mehr Appetit zu machen. Immerhin hat sich der Nikkei trotz des steigenden Yen erstaunlich gut gehalten und liegt mit knapp 12.000 Punkten am oberen Ende der Kursgewinne seit Anfang Februar.

          Trotz aller Skepsis bezüglich mangelnder Wirtschaftsreformen scheint es mit Maßnahmen wie einem Verbot von Leerverkäufen, der Erlaubnis zu Aktienrückkäufen und Deviseninterventionen zu gelingen, ein positiveres Investitionsklima wie in der jüngeren Vergangenheit zu erzielen. Das dürfte den Yen weiter relativ attraktiv machen. Der Markt dürfte sicherlich die Interventionsbereitschaft weiter testen.

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