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Devisen : Handelsbilanz lastet auf Austral-Dollar

  • Aktualisiert am

Bild: RBA

Mit leichten Kursverlusten reagiert der australische Dollar am Freitag auf die neuesten Handelsbilanzzahlen des Landes. Allerdings wird die Währung bisher gestützt vom Zinsvorsprung und vom Rohstoffboom.

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          Mit leichten Kursverlusten reagiert der australische Dollar am Freitag auf die neuesten Handelsbilanzzahlen des Landes. Denn das Handelsbilanzdefizit des Landes hat sich von November auf Dezember unerwartet stark auf 1,34 Milliarden Dollar in Landeswährung ausgeweitet, teilte das australische Bureau of Statistics mit.

          Hintergrund ist die anhaltende Trockenheit in Australien, die einerseits die Exporte von landwirtschaftlichen Produkten wie etwa Weizen dämpft, während gleichzeitig die Importe dynamisch zunehmen. Auf dieser Weise gerät der Aussie-Dollar zumindest in jenen Phasen in die Defensive, in denen die internationalen Anleger dazu tendieren, ihre Risiken etwas zu beschränken.

          Austral-Dollar hält sich schon länger auf dem erreichten Niveau

          Denn der australische Dollar profitierte vor allem in den Jahren 2001 bis Anfang des Jahres 2004 vom internationalen Rohstoffboom und dem dadurch ausgelösten Wirtschafts- und Investitionsboom im Lande. So konnte er von 47,75 amerikanischen Cents im April des Jahres 2001 auf bis zu 80 Cents je australischem Dollar im Februar des Jahres 2004 aufwerten und sich seitdem auf diesem Niveau halten.

          Gegen den Euro wertete die australische Währung in einem volatilen Trend ebenfalls auf, wenn auch nicht so ausgeprägt: von 1,8921 Austral-Dollar je Euro im September des Jahres 2001 bis auf 1,5572 Dollar je Euro im Juni des Jahres 2005. Inzwischen liegt sie allerdings mit 1,6854 Dollar je Euro ein nettes Stück über dem Kurstief. Kurzfristig deutet der Austral-Dollar eher eine relative Schwäche an als eine Stärke. Darauf deutet alleine schon der Tagesverlust von 30 Stellen hin.

          Das dürfte auch mit der anhaltenden Unsicherheit über die weitere weltwirtschaftliche Entwicklung zusammenhängen. Sie führt zusammen mit der anhaltenden Diskussion über die sogenannten Carry Trades zu einem etwas reduzierten Risikoappetit der internationalen Anleger. Genau davon hat jedoch auch der australische Dollar die längste Zeit profitiert. Denn mit einem Drei-Monats-Satz von 6,42 Prozent zählen die kurzfristigen Zinsen Australiens neben jenen in Neuseeland zu den höchsten weltweit.

          Währung profitiert vom Rohstoffboom und vom Zinsvorsprung

          Auch bei Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von zehn Jahren bietet die Währung mit einer Rendite von 5,933 Prozent einen Spread zu deutschen Staatsanleihen von 1,9 Prozentpunkten. Aufgrund der robusten Wirtschaftsentwicklung im Lande und hat die Zentralbank den Leitzins von 4,25 Prozent im Jahr 2002 in sechs Schritten auf zuletzt 6,25 Prozent erhöht und auf diese Weise bei den Anleihen zu einem Renditeanstieg von 5,048 Prozent im Jahr 2005 auf zuletzt 5,948 Prozent geführt.

          Umso interessanter dürfte die Entwicklung an der Börse des Landes sein. Denn sie befindet sich in einem robusten Aufwärtstrend. Der Standard & Poors/Australian Stock Exchange 200 Index hat von 2.693 Zählern im März des Jahres 2003 auf ein Allzeithoch von 5.831,5 am Freitag zugelegt.

          Insgesamt dürfte die weitere Kursentwicklung von zweit entscheidenden Faktoren abhängen: Bleiben die Anleger risikofreundlich und risikoaffin und hält sich die Weltwirtschaft und damit die Nachfrage nach Rohstoffen auf dem aktuellen Niveau, dürfte die Währung trotz der negativen Leistungsbilanz und der relativ hohen Verschuldung der Konsumenten ihr Niveau zumindest in etwa verteidigen können. Immerhin zeigt sich die Importentwicklung robust und der schwache Export würde sich bei einer Änderung des Wetters wieder verbessern. Sollte jedoch der Zinsvorsprung schrumpfen, würde sie mit einiger Wahrscheinlichkeit in die Defensive geraten.

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