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Devisen : Euro nahe der Dollar-Parität

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Bald wieder einen Dollar wert Bild: AP GraphicsPress

Unerwartet heftiger Anschub für den Euro: Der Worldcom-Skandal treibt ihn über die 99-Cent-Marke.

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          Unerwartet heftiger Anschub für den Euro: Der neue Bilanzierungsskandal an der Wall Street treibt die Gemeinschaftswährung am Mittwoch deutlich früher als von Experten erwartet ganz nah an die Parität zum Dollar heran. Bis 9.07 Uhr notiert der Euro bei 0,9916 Dollar, so hoch wie seit Januar 2000 nicht mehr. Kurz zuvor hatte er bereits bei 0,9937 Dollar notiert, nach 0,9784 Dollar am Vorabend in New York.

          Die Nachricht des US-Telekomkonzerns Worldcom, er habe Falschbuchungen in Milliardenhöhe in seinen Büchern entdeckt, habe dem Euro-Kurs neuen Schwung gegeben, sagten Devisenhändler. Charttechnische Marken spielten im Augenblick keine Rolle. Worldcom will seine Geschäftsergebnisse für das Jahr 2001 und für das erste Quartal dieses Jahres neu herausgeben, wie der Konzern am Dienstagabend nach Börsenschluss mitteilte.

          Bank of Japan interveniert

          Lediglich die japanische Notenbank stütze derzeit den Dollar-Kurs. Sie hat am Mittwochmorgen erneut im Auftrag des japanischen Finanzministeriums am Devisenmarkt interveniert, um den Dollar-Kurs zum japanischen Yen zu stützen. Nach kurzer Reaktion nach oben notiert der Dollar allerdings wieder auf einem Niveau von rund 120 Yen pro Dollar.

          Ein schwacher Dollar stört die japanischen Exporte empfindlich, auch in der Eurozone mehrt sich die Sorge vor schweren Ertragseinbußen der Exportwirtschaft, sollte die Dollarschwäche weiter anhalten.

          Dollar bleibt angeschlagen

          Fundamental betrachtet dürfte der Dollar seine Schwäche aber noch lange nicht überwunden haben. Ein von UBS Warburg errechneter „Risikoindex“ liegt auf dem tiefsten Stand seit dem Oktober des Jahres 2001. Das Grundproblem bestehe in den schwachen Börsen, meinen die Analysten, die eine Euro-Schwäche zu Dollarverkäufen nutzen würden.

          Auch auf Basis der Kapitalflüsse sieht der Dollar nach wie vor geschwächt aus, da diese per Saldo den Euroraum zum Ziel haben. Der Rückgang des Vertrauensindex der amerikanischen Verbraucher auf 106,4 - den tiefsten Stand seit Februar - dürfte auch keine Stütze sein. Denn der deutet darauf hin, dass die Konsumenten langsam nicht mehr an eine schnelle Erholung der Wirtschaft glauben. „Es ist nicht die Art von Erholung, die die Leute erhofft hatten“, sagte Währungsstratege Tim Mazanec von der Investors Bank & Trust in Boston.

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