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Devisen : Euro erreicht kurzzeitig Parität zum Dollar

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Der Euro hat am Freitag zum ersten Mal seit Juli dieses Jahres wieder die Parität zum Dollar übersprungen und stieg kurzzeitig bis auf 1,0004 Dollar.

          Der Euro hat am Freitag um 15:35 Uhr die Parität zum Dollar erreicht. Zuletzt hatte er sich am 5. September dieser magischen Grenze genähert, prallte aber an dieser Marke ab und ging bis auf Kurse um 0,97 zurück.

          Aus diesem Seitwärtsband versucht die europäische Gemeinschaftswährung jetzt auszubrechen. Bis 20.15 Uhr ist der Euro wieder auf 0,9963 Dollar zurückgefallen, nachdem er zuvor kurzzeitig bis auf 1,0004 Dollar geklettert war. Im Juli dieses Jahres war der Euro auf bis zu 1,0145 gegenüber dem Dollar gestiegen, hatte sich aber nur acht Tage über der Parität gehalten.

          Aktueller Anlass sind die erneut durchwachsenen Konjunkturdaten aus Amerika. Zwar liegt die Arbeitslosenquote im Oktober mit 5,7 Prozent etwas besser als erwartet, doch ging die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft unerwartet zurück, außerdem fielen die Konsumausgaben im September mit 0,4 Prozent etwas stärker als erwartet. Nach Angaben von Händlern verdichtet sich damit die Sorge, dass die Erholung der amerikanischen Wirtschaft zum Stillstand gekommen sein könnte.

          ISM-Index bremst den Euro

          Allerdings fiel der Euro nach Veröffentlichung des amerikanischen ISM-Index des Verarbeitenden Gewerbes im Oktober um 16.00 Uhr MEZ wieder zurück. Händler verweisen darauf, dass die wichtigen ISM-Daten mit 48,5 Punkten im Gesamtindex weitestgehend im Rahmen der Erwartungen gewesen seien. Der Dollar habe von der Erleichterung darüber profitiert, dass es nicht zu einem „Alptraum-Szenario“ gekommen sei.

          Im Handelsverlauf setzte sich bei vielen Marktteilnehmer die Ansicht durch, dass angesichts dieser Daten der Druck auf die amerikanische Notenbank abgenommen habe, am kommenden Mittwoch den Leitzins zu senken. Damit bliebe der „Zinsspread“ zwischen den USA und Europa konstant, und ein Argument für den Euro würde wegfallen.

          US-Zinsentscheidung dürfte Richtung bestimmen

          Charttechnisch gesehen, hatte sich der Angriff auf die Parität bereits angedeutet. Mit dem Überschreiten des wichtigen Widerstands von 0,9890/0,9900 Dollar war der Euro in dieser Woche aus seinem mittelfristigen Abwärtstrend seit Ende Juli ausgebrochen, der zugleich die obere Begrenzung einer Dreiecksformation war. Die Devisenanalysten der DZ Bank zeigten sich aber zugleich skeptisch, ob er diese Marke im Tagesverlauf nachhaltig überwinden kann.

          Insgesamt sehen Devisenanalysten den Euro in der anstehenden Woche weiter um die Paritätsmarke pendeln. „Der Markt testet gerne“, sagt Alexandra Bechtel von der Commerzbank. Ihrer Ansicht nach werden die Teilnehmer bis zu den Leitzinsentscheidungen der US-Notenbank am Mittwoch und der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag aber eher weiter unentschlossen agieren. Der US-Arbeitsmarkt und der ISM-Index seien nicht so schlecht ausgefallen, als dass ein Zinsschritt in den USA zu erwarten sei. Ihre Rangeschätzung für die nächsten Tage lautet daher auf 0,9730 Dollar bis 1,0200 Dollar. Die Fed-Entscheidung zu den Leitzinsen dürfte richtungsweisend für den Euro-Dollar-Handel werden, meint Eugen Keller vom Bankhaus Metzler, der wiederum einen Zinssenkung um 25 Basispunkte erwartet.

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