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Devisen : Australischer Dollar stößt an Grenzen

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Bild: Bloomberg

Gehörte der australische Dollar in den vergangenen Jahren nach einem Tief zu den „High-Flyern“ gegen den Dollar, so hat sich das seit Ende des vergangenen Jahres gelegt. Auch gegen den Euro scheint er im Moment an Grenzen zu stoßen.

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          Wollten den australischen Dollar in den 90er-Jahren unter anderem auf Grund der Technologie-Euphorie in den Vereinigten Staaten und der „langweiligen Entwicklung“ in Australien niemand haben, so hat sich das in den vergangenen Jahren deutlich geändert.

          Der australische Dollar hat sich zum einen aufgrund der im Zusammenhang mit der Börsenbaisse und der konjunkturellen Schwäche in Amerika aufkommenden Dollarschwäche und dem nach und nach einsetzenden Interesse an Rohstoffen erholt.

          Australischer Dollar pendelt sich gegen den Greenback ein

          Waren auf Höhepunkt der „New-Economy-Euphory“ im April des Jahres 2001 nur noch 47,75 amerikanische Cents notwendig gewesen, um einen australischen Dollar erwerben zu können, so änderte sich das Bild danach rasch. Denn innerhalb von zweieinhalb Jahren stieg der Kurs in der Spitze bis auf 80,05 amerikanische Cents je „Aussie-Dollar.“

          Nach einer kurzen Zwischenkonsolidierung scheint sich das Währungspaar nun auf einem Niveau zwischen 75 und 80 Cents je Austral-Dollar einzupendeln. Hintergrund für diese Entwicklung dürften einerseits die steigenden Zinsen in Amerika sein, die dem Greenback trotz der anhaltenden strukturellen Defizite des Landes zumindest kurzfristig etwas Rückenwind geben können.

          Gleichzeitig hat sich aber auch die wirtschaftliche Entwicklung in Australien, die lange Zeit vom boomenden Immobilien-, Konsum- und Rohstoffsektor profitiert hatte, aufgrund steigender Leitzinsen etwas abgekühlt. Aus diesem Grund scheint die Zentralbank vorerst keine weitere Leitzinserhöhung mehr für notwendig betrachten.

          Auch Australien hat ein ausgeprägtes Leistungsbilanzdefizit

          Allerdings dürfte das Wörtchen vorerst seine Berechtigung haben. Denn die australische Arbeitslosigkeit befindet sich auf dem tiefsten Stand seit 15 Jahren. Das könnte Unternehmen dazu bringen, die Löhne zu erhöhen, was wiederum den Konsum und damit die Wirtschaft von neuem beflügeln könnte. Zumindest in einem anhaltend freundlichen weltwirtschaftlichen Klima. Das ist allerdings noch etwas Zukunftsmusik.

          Kurzfristig dürfte die Phantasie des australischen Dollars begrenzt sein. Gleichzeitig sollte nicht vergessen werden, daß auch Australien ein starkes Leistungsbilanzdefizit hat. Das bedeutet, daß Land war und ist von Kapitalzuströmen abhängig. Sollten sie geringer werden, könnte die Währung in die Defensive geraten. Aus diesem Grund dürfte es ratsam sein, entsprechende Währungsrisiken nicht ohne Absicherungsstrategien einzugehen.

          Die Kursentwicklung zwischen Euro und australischen Dollar ist vergleichsweise volatil. In den vergangenen Monaten neigte die australische Währung zwar in der Tendenz zu einer gewissen Stärke gegen die europäische Einheitswährung. Allerdings scheint sich auch hier so etwas wie ein Boden zu bilden.

          Dagegen könnte die australische Währung bei einer nachhaltigen Erholung der Wirtschaft in Japan insbesondere gegen den Yen in die Defensive geraten. Denn bisher war der australische Zins- und Renditevorsprung vor allem auch für japanische Anleger interessant. Sollten jedoch die Renditen im Land der aufgehenden Sonne weiter steigen, könnte sich das ändern.

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