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Devisen : Aussie-Dollar auf 17-Jahreshoch gegen den Dollar

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Bild: FAZ.NET

Lief die australische Währung in den vergangenen Monaten zunächst seitwärts, so ist sie in den vergangenen Tagen gegen Euro und Dollar ausgebrochen. Hintergründe: Zinsvorteil und anhaltende Fusions- und Übernahmeaktivitäten.

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          Hatte der australische Dollar in den Jahr nach der deutlichen Kurserholung gegen den amerikanischen Dollar in den Jahren 2001 bis 2004 danach zunächst auf dem erreichten Kursniveau konsolidiert, so ist er aus dieser Konstellation inzwischen nach oben ausgebrochen.

          Mit Kursen von bis zu 82,41 amerikanischen Cents je Austral-Dollar erreichte sie am Osterdienstag den höchsten Stand seit dem Jahr 1990. Der kurzfristige Trend zeigt nach oben, obwohl Australien ein massives Leistungsbilanzdefizit erwirtschaftet und obwohl sich das Wirtschaftswachstum des Kontinents in den vergangenen Jahren unter anderem aufgrund der anhaltenden Trockenheit etwas abgeschwächt hat, da die Landwirtschaft dadurch massive Nachteile erleidet.

          Australien - Zinsvorteil und boomende Börse

          Im vierten Quartal des vergangenen Jahres lag das Wachstum auf Jahresbasis bei 2,8 Prozent. Das lag jedoch deutlich über den Erwartungen. Gleichzeitig hatte sich die Inflationsrate von 3,9 auf 3,3 Prozent abgemildert und die Zentralbank Anfangs des Monats in die Lage versetzt, den Leitzins nach mehreren Zinserhöhungen in den vergangenen Jahren unverändert bei 6,25 Prozent zu belassen.

          Mit einem Dreimonats-Zinssatz von 6,59 Prozent und einer Rendite von 5,9 Prozent bei zehnjährigen Anleihen bietet das Land auf der Zinsseite für internationale Anleger jedoch gewisse Reize. Und nicht nur das. Denn gleichzeitig boomt die Börse des Landes. Sie profitiert in erster Linie von der starken internationalen Nachfrage nach Energie und Rohstoffen, über die das Land reichlich verfügt.

          Dieser Nachfrage führte einerseits aufgrund der dadurch ausgelösten Investitionen zu einer volkswirtschaftlichen Eigendynamik, die sich in Form einer starken Nachfrage nach Immobilien, im Konsum und auch in einer extrem niedrigen Arbeitslosigkeit zeigt. Auf der anderen Seite führten und führen sie zu einer Restrukturierung der Wirtschaft, die sich in Form von Fusionen und Übernahmen zeigt.

          Genau diese scheinen nun die australische Währung in einem Umfeld, in dem die Risikoneigung der internationalen Anleger nach einer kurzen Zwischenkorrektur wieder deutlich zugenommen hat, nach oben. Ausgelöst werden die Spekulationen durch die Erhöhung des Übernahmeangebots für das australische Baumaterialunternehmen Rinker um 22 Prozent auf 14,2 Milliarden Dollar durch die mexikanische Cemex. Auf der anderen Seite laufen ähnliche Transaktionen für die Fluggesellschaft Qantas durch Macquarie und das Einzelhandelsunternehmen Coles durch KKR.

          Risikoneigung der internationalen Anleger läßt die Währung anziehen

          Auf dieser Basis und auch mit Blick auf die anhaltend tiefen Zinsen in Ländern wie Japan und der Schweiz - ihre Währungen drängen sich förmlich zur Finanzierung auf - können diese Tendenzen in einem anhaltend freundlichen Umfeld noch eine Weile anhalten und die australische Währung gegen den Dollar auf neue Hochs treiben. Selbst gegen den Euro ist die australische Währung inzwischen aus der Konsolidierungsbewegung der vergangenen Monaten ausgebrochen und wertet auf.

          Die Risiken dieser Entwicklung sind allerdings klar. Sie liegen im Aufbau der internationalen Ungleichgewichte, ihrer langfristigen Unhaltbarkeit und den möglichen wirtschaftlichen Turbulenzen, die von einer Korrektur ausgehen können. In diesem Sinne sind Absicherungsstrategien bei der Spekulation auf Währungen unabdingbar.

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