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Devisen : Auch der Rand in der Defensive

  • Aktualisiert am

Bild: BNP Paribas

Neben den anderen „Commodity-Währungen“ befindet sich auch der südafrikanische Rand schon seit Tagen gegen Euro und Dollar in der Defensive. Der Aufwertungstrend ist bisher aber noch nicht gebrochen worden.

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          Die Veränderungen in der internationalen Zinslandschaft, insbesondere auch die der Zinserwartungen führte und führt in den vergangenen Tagen zu zumindest kurzfristigen Konsequenzen am Devisenmarkt.

          So konnte sich der amerikanische Dollar im vergangenen Jahr etwas von seiner vorhergehenden Schwächephase erholen und in jüngster Zeit sind die so genannten „Commodity-Währungen“ in die Defensive geraten. Dabei führen in Teilen wirtschaftliche Schwächezeichen in Verbindung mit makroökonomischen Defiziten zu dieser Konsequenz, wie etwa im Falle Neuseelands, auf der anderen Seite sind es jedoch die Zinserwartungen.

          Rand seit Tagen gegen Euro und Dollar in der Defensive ...

          Denn spekulierten in den vergangenen Jahren im Rahmen der tiefen Zinsen in den Industriestaaten internationale Anleger auf die bestehenden Zinsdifferenzen, so werden solche Strategien nun schon seit einer gewissen Zeit zurückgedreht oder verändert, da die Leitzinsen in Amerika weiter zu steigen scheinen als vielfach erwartet und weil die Geldpolitiken in Europa und vor allem auch in Japan restriktiver werden dürften.

          Diese Anpassung scheint sich inzwischen auch beim südafrikanischen Rand bemerkbar zu machen. Denn er befindet sich nun schon seit Tagen gegen den Euro und den Dollar in der Defensive. Alleine am Mittwochnittag steigt er gegen den Dollar um 445 Stellen oder 0,72 Prozent auf 6,36070 Rand je Dollar, gegen den Euro geht es um 431 Stellen oder 0,56 Prozent nach oben auf 7,6905 Rand je Euro. Da also jeweils mehr Rand je ausländischer Währungseinheit gezahlt werden müssen, wertet der Rand ab, während der Kurs steigt.

          Hintergrund dürften einerseits Sorgen über eine abnehmende Zinsdifferenz sein. Auf der anderen Seite mag aber auch eine zunehmende Risikoaversion eine Rolle spielen. Sie zeigt sich unter anderem durch erste Mittelabflüsse aus den Schwellenländerfonds in den vergangenen Wochen. Aber auch sie sollten zunächst nicht überinterpretiert werden. Immerhin gab es in den vergangenen Jahren im Frühling saisonal betrachtet immer wieder einmal eine gewisse Korrekturphase in den Schwellenländermärkten.

          ... aber der Aufwertungstrend ist bisher noch nicht gebrochen worden

          Bisher wurden auf der Währungsseite die langfristigen Aufwertungstrends zumindest zum südafrikanischen Rand noch nicht gebrochen. In diesem Sinne kann man bisher noch von einer Korrektur reden. Erst wenn diese Trends in Verbindung mit einer ausgeprägteren Korrektur an den Rohstoffmärkten gebrochen werden sollten, könnte es kritisch werden. Immerhin bewegt sich das Leistungsbilanzdefizit des Landes in Richtung auf fünf Prozent des Sozialproduktes zu, die Produzenten- und Konsumentenpreise bewegen sich im Trend nach oben und das Wirtschaftsvertrauen der Einkaufsmanager ist in den vergangenen Monaten deutlich gefallen. Im Minensektor machen sich deutlich gestiegene Kosten bemerkbar.

          Auf der anderen Seite liegen die Renditen südafrikanischer Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren bei attraktiven 7,415 Prozent und der 3-Monats-Jibar, also der South Africa Johannesburg Interbank 3-Monatszins, liegt bei 7,08 Prozent. Beide sind im internationalen Vergleich recht hoch. Aus diesem Grund dürfte Südafrika zumindest in einem anhaltend stabilen weltwirtschaftlichem Umfeld kaum Schwierigkeiten haben, seine Finanzbedürfnisse zu decken. Aus diesem Grund rechnen viele Analysten nach einer gewissen Korrektur mit einer erneuten Stärke der Schwellenländer und damit auch ihren Währungen. Trotzdem kann es nie schaden, die Entwicklung im Auge zu behalten.

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