https://www.faz.net/-gv6-8634i

Für 725 Millionen Euro : Deutsche Börse übernimmt Devisenplattform 360T

  • Aktualisiert am

Schild am Börsengebäude in Frankfurt Bild: Fabian Fiechter

Das Unternehmen 360T betreibt eine außerbörsliche Handelsplattform für Währungen und Derivate. Jetzt greift die Deutsche Börse zu.

          1 Min.

          Die Deutsche Börse hat den Poker um die Devisenhandelsplattform 360T für sich entschieden. Wie der deutsche Börsenbetreiber am Sonntagmorgen mitteilte, soll die Devisenhandelsfirma für 725 Millionen Euro übernommen werden. Damit schnappt sich der Dax -Konzern einen der wichtigsten Akteure im täglich rund fünf Billionen Dollar schweren Devisenmarkt und sticht Insidern zufolge den amerikanischen Konkurrenten CME aus. Im vergangenen Jahr wurden über die Plattform pro Tag im Schnitt Geschäfte mit einem Volumen von 90 Milliarden Euro abgewickelt. So nutzen 29 von 30 Dax-Konzernen die Plattform der Frankfurter Firma.

          Die Deutsche Börse will den Zukauf durch eine Kombination aus Fremd- und Eigenkapital finanzieren. Die Transaktion werde wohl bereits ohne Berücksichtigung möglicher Synergien unmittelbar den operativen Cash Flow je Aktie erhöhen. Mittelfristig rechnet das Unternehmen damit, dass Synergien wie durch die gemeinsame Nutzung des Vertriebsnetzwerkes auf Umsatzbasis zu einem Plus im höheren zweistelligen Millionenbereich führen. Die Aufsichts- und Wettbewerbsbehörden müssen der Übernahme noch zustimmen.

          360T wurde 2000 vom ehemaligen Dresdner-Kleinwort-Banker Carlo Kölzer gegründet und ist in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Akteure am täglich rund fünf Billionen Dollar schweren Devisenmarkt aufgestiegen. Seit 2012 gehört die Firma mehrheitlich der amerikanischen Beteiligungsgesellschaft Summit Partners, Kölzer hält noch rund neun Prozent. Weltweit kommt 360T nach Angaben des Branchenmagazins „Euromoney“ derzeit auf einen Marktanteil von 15 Prozent - und liegt damit hinter FXall von Thomson Reuters (37 Prozent) und FX Connect von State Street (16 Prozent) auf Rang drei.

          Weitere Themen

          Sparkassen verschieben Deka-Dividende

          Druck der Bankenaufsicht : Sparkassen verschieben Deka-Dividende

          Die Eigentümer der Deka beugen sich dem Druck der Bankenaufsicht – auch der Vermögensverwalter Amundi packt die Dividende in die Reserve. Der Konkurrent DWS dagegen hält noch an seinem Dividendenplan fest.

          Topmeldungen

          Amerika gegen Iran : Diesem Konflikt ist kein Virus gewachsen

          Die Spannungen zwischen Washington und Teheran nehmen ungeachtet der weltweiten Corona-Pandemie weiter zu. Im Zentrum steht dabei derzeit der Irak. Die Botschaft aus dem Weißen Haus aber geht darüber hinaus: Amerika bleibt handlungsfähig.
          Schwer zu trennen: Jörg Meuthen, Björn Höcke und Alexander Gauland im Oktober

          Vorschlag zur Spaltung der AfD : Meuthens Selbstisolation

          Mit seinem Vorschlag, den „Flügel“ von der Partei abzuspalten, könnte der AfD-Chef zu weit gegangen sein. Damit hilft er jenen, die er bekämpfen will.
          Wer mit seinem Vermieter redet, hat immerhin eine Chance, dass der die Miete von sich aus reduziert.

          Corona-Krise : Von wegen keine Miete zahlen!

          Viele Menschen in Deutschland glauben, sie müssten wegen des jüngst beschlossenen Corona-Hilfen-Gesetzes ihre Miete nicht zahlen. Das ist ein Fehler – und kann sehr teuer werden!

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.