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Chinas Währung : Frankfurt wird zur Drehscheibe für Handel mit Yuan

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Der Yuan könnte bald in Frankfurt gehandelt werden. Bild: REUTERS

Frankfurt könnte das erste Handelszentrum für die chinesische Währung in der Eurozone werden. Eine entsprechende Vereinbarung zwischen der Deutschen Bundesbank und Chinas Zentralbank stehe unmittelbar bevor.

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          Der Finanzplatz Frankfurt wird zur ersten Drehscheibe für den Zahlungsverkehr mit China in Europa. Die Basis dafür soll eine Absichtserklärung zwischen der Bundesbank und dem chinesischen Pendant PBOC legen, wie es am Donnerstag aus Kreisen der Finanzbranche hieß. Ziel ist eine Kooperation im Zahlungsverkehr und der Aufbau einer sogenannten Clearing-Bank, über die Handelsgeschäfte in Yuan abgewickelt werden sollen.

          Das Abkommen, das am Rande des Staatsbesuchs von Chinas Präsident Xi Jinping am Freitag besiegelt werden soll, gilt als Meilenstein für den Finanzplatz Frankfurt. Bislang gibt es außerhalb Asiens keine Abwicklungszentren für den Zahlungsverkehr in Yuan. Doch auch wenn die Hessen als erstes den Zuschlag erhalten sollten, ist die Kooperation nicht exklusiv. London steht auch in den Startlöchern. Ein Abkommen mit China ist unterschriftsreif und soll am Montag unterzeichnet werden. Die Bundesbank wollte sich zu den Berichten nicht äußern. Der Yuan ist bislang nicht frei handelbar.

          Mit dem Aufbau außerasiatischer Drehscheiben für den Zahlungsverkehr in Yuan, der auch Renminbi genannt wird, räumt China damit Handelshemmnisse aus dem Weg. Bislang liefen entsprechende Geschäfte zumeist über Hongkong, was insbesondere deutsche Mittelständler im Handel mit China eher abschreckt, wie der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir meint. „Die Einrichtung eines Clearing-Zentrums in Frankfurt würde den Handel stark vereinfachen“, betonte der Minister im „Handelsblatt“. Die Vorteile lägen auf der Hand: „So sinken beispielsweise die Transaktionskosten der Handelsabwicklung, Währungsschwankungen lassen sich minimieren.“

          Wie aus Finanzkreisen verlautete, kommen als Clearing-Bank die Niederlassungen chinesischer Banken in Frage, zum Beispiel die Bank of China. Aus regierungsnahen Kreisen verlautete, es gehe in der Kooperation nicht nur um Devisen-Handel, sondern auch um den Verkauf von Anleihen und andere chinesische Finanzprodukte.

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