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Brexit-Folgen : Britisches Pfund fällt auf tiefsten Stand seit 31 Jahren

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Die Ankündigung von Premierministerin Theresa May, Großbritannien werde bis spätestens Ende März den Antrag zum EU-Austritt stellen, drückt auf das britische Pfund. Bild: dpa

Am Devisenmarkt ist die Brexit-Angst zurückgekehrt. Die Ankündigung von Premierministerin Theresa May, Großbritannien werde bis spätestens Ende März den Antrag zum EU-Austritt stellen, drückt das Pfund Sterling auf ein neues Rekordtief.

          Nach der Ankündigung der britischen Premierministerin Theresa May, das Brexit-Verfahren bis spätestens Ende März einzuleiten, ist das Pfund am Dienstag auf den tiefsten Stand seit 31 Jahren gefallen. Sowohl im Verhältnis zum amerikanischen Dollar als auch zum Euro war die britische Währung damit noch schwächer als unmittelbar nach dem Brexit-Votum.

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          Bei Börsenstart in London notierte die britische Währung bei 1,2762 gegenüber dem Dollar. Das Pfund war bereits am Montag auf Talfahrt gegangen, nachdem May das Datum am Sonntag vor Beginn des Tory-Parteitags genannt hatte. Am 23. Juni hatten die Briten in einer Volksabstimmung mit knapper Mehrheit dafür gestimmt, aus der EU auszutreten. Das hatte zu einem Kurssturz beim Pfund geführt.

          Sie werde Artikel 50 der EU-Verfassung, der den Austrittsprozess aus der Europäischen Union regelt, "vor Ende März kommenden Jahres" aktivieren, kündigte die Premierministerin kurz vor dem Start des Parteitags ihrer konservativen Tories an. In ihrer Rede vor dem Parteitag in Birmingham sagte May später, die Entscheidung gebe Großbritannien Zeit, seine Verhandlungsstrategie zu entwickeln und seine Ziele festzulegen.

          Unter Börsianer schürten Mays Pläne die Ängste vor einem "harten" Brexit. "Für Unsicherheit unter Investoren sorgt vor allem das feste Bekenntnis der britischen Regierung, bei den Austrittsverhandlungen auf eine Beschränkung der Zuwanderung zu bestehen", schrieben die Experten der Commerzbank in einem Kurzkommentar. Dies werde kaum ohne wirtschaftlichen Folgen bleiben und damit einen Einfluss darauf haben, wie attraktiv Anlagen in das Pfund Sterling künftig seien. "Solange sich in dieser Frage keine gütliche Einigung abzeichnet, bleibt das Pfund unter Druck."

          Am Dienstag sorgten zudem Spekulationen, die britische Führung könnte wenig Rücksicht auf die Finanzindustrie nehmen, für zusätzlichen Druck auf das Pfund. Der Schutz britischer Finanzunternehmen werde bei den Brexit-Verhandlungen keine Priorität
          haben, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Bezug auf drei Personen aus dem Umfeld May.

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