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Energie : Brent fält kurzzeitig unter 50 Dollar

  • Aktualisiert am

Ein Barrel Brent kostet nur noch etwa halb so viel wie im Sommer 2014. Bild: Reuters

Der Preis für die Nordsee-Ölsorte Brent ist am Mittwochmorgen kurzzeitig unter 50 Dollar gefallen.

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          Der Preis für die weltweit wichtigste Ölsorte Brent ist am Mittwochmorgen erstmals seit Mai 2009 wieder unter die Marke von 50 Dollar gefallen. Ein Barrel (Fass zu 159 Liter) verbilligte sich am Mittwoch um 2,3 Prozent auf 49,92 Dollar und kostete damit nur noch etwa halb so viel wie im Sommer. Im Tagesverlauf erholte sich der Preis indes auf ein Niveau um 51,80 Dollar.

          Grund für den Preisverfall sind ein weltweites Überangebot bei gleichzeitig schwächelnder Nachfrage. „Die Stimmung an den Rohölmärkten ist so schlecht wie seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise nicht mehr“, schrieb NordLB-Analyst Frederik Kunze in einem Kommentar. „Die Marke von 40 Dollar je Barrel Rohöl scheint für immer mehr Marktteilnehmer kein absolutes Extremszenario mehr zu sein.“

          Vor allem die erwartete Abkühlung der Konjunktur in den Schwellenländern mache dem Ölpreis zu schaffen, fügte Kunze hinzu. Nobuyuki Nakahara, ehemaliges Vorstandsmitglied der Bank von Japan und ehemaliger Manager in der Ölindustrie, hält sogar einen Rückgang auf bis zu 20 Dollar je Barrel für möglich.

          Fracking-Boom drückt Öl-Preise

          Hauptgrund für das aktuelle Überangebot ist der „Fracking“-Boom in den Vereinigten Staaten. Dort wird Rohöl mit Hilfe technisch aufwendiger Verfahren aus Schieferstein gelöst. Der dadurch ausgelöste Preisverfall kurbelt die eigene Konjunktur und diejenige der europäischen Verbündeten an, weil die für die Industrie wichtigen Energiepreise sinken. Außerdem bleibt Verbrauchern mehr Geld in der Tasche, das sie für andere Konsumgüter ausgeben können.

          Gleichzeitig setzt der Ölpreis-Verfall die Widersacher der Vereinigten Staaten wie Russland, Iran oder Venezuela unter Druck. Diese Staaten sind als wichtige Exporteure auf einen möglichst hohen Preis angewiesen, um ihre Haushalte zu finanzieren.

          Innerhalb der Opec hat sich vor allem Saudi-Arabien - der weltgrößte Erdölproduzent - gegen eine Kürzung der Förderquoten ausgesprochen und gewährt stattdessen seinen Abnehmern Rabatte. Das Kalkül dahinter: Die Förderung soll für Konkurrenten wie die Fracking-Firmen in Amerika unrentabel werden. Wenn diese dann aufgeben, verringert sich das Angebot und sorgt damit langfristig wieder für steigende Preise.

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