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Minus 4 Prozent : Ölpreis sinkt auf Zehnjahrestief

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Ölbohrplattform in der Nordsee nahe Aberdeen/Scotland Bild: AFP

Trotz der Spannungen im Nahen Osten fällt der Ölpreis deutlich. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostet zwischenzeitlich weniger als 35 Dollar. So günstig war es lange nicht.

          Der Verfall der Ölpreise hat am Mittwoch Fahrt aufgenommen: Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich um 4,4 Prozent auf 34,83 Dollar je Barrel (159 Liter) und kostete damit so wenig wie zuletzt am 1. Juli 2004. „Die Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran wird von der Mehrheit der Marktteilnehmer negativ für den Ölpreis gesehen, weil dadurch eine gemeinsame Linie der OPEC zum Abbau des Überangebots unwahrscheinlich wird“, schrieben die Analysten der Commerzbank. Nach dem Ende der Sanktionen gegen den Iran wird bald mit einer Wiederaufnahme der Ölexporte durch die Islamische Republik gerechnet.

          Seit der Eskalation des Streits zwischen dem sunnitischen Saudi-Arabien und dem schiitischen Iran über den Jahreswechsel ist der Ölpreis an den vergangenen drei Handelstagen um fast 8 Prozent gefallen.

          Amerikanische Leichtöl der Sorte WTI notierte mit 34,80 Dollar etwa 3,3 Prozent schwächer. Der Ölboom in den Vereinigten Staaten hat maßgeblich zum Preisverfall bei dem Rohstoff beigetragen, das im Juni 2014 noch rund 115 Dollar gekostet hatte. Zudem hatte die Opec anders als in früheren Jahren nicht die Produktion gedrosselt, um damit die Preise zu stützen. Vielmehr fördern die Mitglieder des Kartells weiter mehr Öl als an den Märkten nachgefragt wird. Saudi-Arabien, der weltweit größte Ölexporteur, werde aber gewiss seine Fördermengen nicht senken, um für den politischen und religiösen Erzrivalen Iran Platz zu machen, sagte ein Börsianer.

          Konjunktursorgen lasten auf Rohstoffpreisen

          Zusätzlich belasteten Spekulationen auf eine sinkende Nachfrage die Preise. Vor allem die Sorge um Chinas Konjunktur belastete denn auch die Preise für die Industriemetalle: Kupfer fiel um 1,1 Prozent auf 4593 Dollar je Tonne. Die Volksrepublik ist der weltgrößte Konsument von Kupfer, das vor allem in der Bauindustrie verwendet wird.

          Von der Unsicherheit profitiert abermals der Goldpreis, der 2015 das dritte Jahr in Folge mit Verlust geschlossen hatte. Die Feinunze verteuerte sich um ein Prozent auf 1088,05 Dollar. Die Krisenwährung sei auch angesichts des Atomtest von Nordkorea gefragt gewesen, sagten Analysten. Nach eigenen Angaben hat das Land eine Wasserstoffbombe getestet, was international auf scharfe Kritik stieß.

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