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Anlegermeinung : Dollar wird nachhaltige Erholung nicht zugetraut

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET

Nach einer vier Monate langen verschärften Talfahrt hat der Dollar dem Euro seit Jahresbeginn 4,4 Prozent abgenommen. Unter Anlegern wird aber nicht an eine nachhaltige Erholung geglaubt, wie das jüngste „FAZ.NET fragt“ ergab.

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          Der Dollar hat sich seit dem Jahreswechsel deutlich erholt und ist von mehr als 1,36 Dollar auf aktuell 1,3035 Dollar je Euro gestiegen. Mögen anfangs sogenannte technische Reaktionen und ein wieder angeschwollener Geldzustrom in amerikanische Anleihen den Dollar gestützt, so sind ihm nun wieder aufgeflammte Spekulationen über aggressive Zinserhöhungen zugute gekommen.

          Allerdings gibt es auch gewichtige Skeptiker, die der Erholung nicht trauen: Die Devisenstrategen von FxMax, die laut Bloomberg News zuletzt die besten Währungsprognosen gestellt haben, erwarten ein weiteres Verlustjahr für den Greenback. Begründung: Die amerikanische Regierung werde dem Dollar eine weitere Abwertung erlauben, um Importe zu verteuern, das Sparen anzuregen und auf diesem Wege das Leistungsbilanzdefizit auszugleichen.

          Dazu paßt eine Umfrage von Bloomberg vor dem Jahreswechsel: 53 befragte Devisenstrategen sehen demnach die amerikanische Devise zum Jahresende bei 1,34 Dollar je Euro. Und auch Privatanlegern sind Zweifel an einer anhaltenden Aufschwung des „Greenback“ verbreitet: Beim jüngsten „FAZ.NET fragt“ antwortete die klare Mehrheit der Teilnehmer mit Nein auf die Frage, ob sich der Dollar gegenüber dem Euro nachhaltig erholen werde.

          Fast die Hälfte meint: Leistungsbilanzdefizit bedingt Abwertung

          62,39 Prozent groß ist die Fraktion der Nein-Sager bei dieser Umfrage gewesen. „Nein, nur über eine Abwertung läßt sich das Leistungsbilanzdefizit Amerikas abbauen“, meinten demnach 47,48 Prozent der Teilnehmer. Insgesamt wurden 500 Stimmen bei dieser Musterantwort gezählt. 157 Stimmen entfielen auf die Begründung „Nein, Zinserhöhungen haben dem Dollar schon 2004 nichts genützt“. Das waren 14,91 Prozent aller registrierten Clicks. Keine Antwort fand im übrigen weniger Anhänger.

          Die Ja-Sager teilen sich auf zwei fast gleich große Gruppen auf. 19,94 Prozent der Stimmen oder 210 Clicks wurden bei „Ja, langfristig wird eine starke Wirtschaft eine starke Währung haben“ gezählt. Und 17,66 Prozent entfielen auf die Begründung „Ja, durch weitere Zinserhöhungen werden Dollar-Werte attraktiver“.

          Insgesamt wurden 1.053 Stimmen gezählt. Dies ist ein überdurchschnittlicher Wert für FAZ.NET-Umfragen zu Finanzthemen.

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