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Krisen-Währung ist gefragt : Anleger decken sich mit Gold und Silber ein

  • Aktualisiert am

Der Brexit macht Gold als vermeintlich sichere Anlage wieder attraktiv. Bild: dpa

So ganz abschütteln können Anleger anscheinend die Sorgen über die wirtschaftlichen Brexit-Folgen nicht. Dies zeigt sich an den deutlich steigenden Edelmetall-Preisen.

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          Der Silberpreis hat am Montag erstmals in zwei Jahren im Hoch wieder die Marke von 21 Dollar je Unze überstiegen. Der Goldpreis legte am vierten Handelstag in Folge zu. Seit Beginn des Jahres verteuerte sich das Edelmetall um 27 Prozent. Nach dem Votum der Briten, die Europäische Union zu verlassen, sind beide Edelmetalle bei Investoren vermehrt als sicherer Hafen gefragt.

          Am Kassamarkt kletterte der Silberpreis in Singapur in der Nacht um bis zu sieben Prozent auf 21,14 Dollar. Zuletzt war Silber noch mit einem Plus von 3,1 Prozent bei 20,38 Dollar. Gold verteuerte sich um bis zu 1,2 Prozent auf 1357,63 Dollar pro Unze und erreichte damit beinahe den höchsten Wert seit mehr als zwei Jahren. Am Vormittag verringerte sich der Anstieg auf 0,7 Prozent und 1350,60 Dollar.

          Gold

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          Gold hat davon profitiert, dass Investoren infolge der Turbulenzen an den Finanzmärkten nach der Brexit-Entscheidung wieder vermehrt auf stärkere Anreize der Zentralbanken und weiterhin niedrige Zinsen in Amerika spekulieren. 

          Die Bestände in mit Silber unterlegten börsengehandelten Fonds (ETF) sind im Juni auf ein Rekordvolumen gestiegen. Bei Gold-ETF haben die Bestände so groß wie seit August 2013 nicht mehr. "Es gibt eine enorme Dynamik bei Silberkäufen", sagte Bob Takai, Chef von Sumitomo Corp. Global Research Co. in Tokio. Er beobachtete Silber seit dem Jahr 1980: "Diejenigen, die ein bisschen gezögert haben, Gold-Investments zu erhöhen, stürmen nun den Silbermarkt, weil der sehr billig ist."

          Eine Unze Gold war zuletzt 64,2 Unzen Silber wert - so wenig wie seit August 2014 nicht mehr. Zum Vergleich: Noch im Februar entsprach eine Unze Gold 83,8 Unzen Silber, was so viel war wie seit der Finanzkrise von 2008 nicht mehr. Takai zufolge wird sich Silber solange besser entwickeln als Gold bis die Turbulenzen wegen des Brexit abebben.

          Silber

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          Silber hat sich in diesem Jahr um 47 Prozent verteuert, im Vergleich zu einem Plus von 27 Prozent für Gold. Fonds habe ihre Netto-Longpositionen in beiden Edelmetallen auf das höchste Volumen seit Beginn der Datenaufzeichnung im Jahr 2006 ausgebaut. Die weltweiten Bestände in mit Gold unterlegten ETF haben sich in diesem Jahr seit einem Tief im Januar um über 500 Tonnen erhöht auf 1.959,1 Tonnen - das höchste Volumen seit 2013. Die Bestände der Silber-ETF sind laut Bloomberg-Daten im Juni auf den Rekord von 20.232,1 Tonnen gestiegen.

          Der Anstieg beim Silberpreis sei derzeit nicht überzogen, sagte Takai. Aber das könne sich ändern: Wenn siche die Preisbewegung bei Gold umkehrt, werde der Silberpreis sehr viel stärker einbrechen, sagte er.

          Silber habe aber ein größeres Aufholpotenzial als Gold, weshalb der Preis derzeit stärker zulege, sagte Rohstoffanalyst Georgette Boele von ABN Amro. Allerdings sei die Unterbewertung von Silber gegenüber Gold inzwischen weitgehend abgebaut, schrieben die Rohstoffexperten der Commerzbank in einer Studie. Platin und Palladium profitierten ebenfalls von dem Run auf krisenfeste Anlagen. Sie verteuerten sich um bis zu zwei Prozent und erreichten mit 1067 und 615 Dollar die höchsten Stände seit rund zwei Monaten.

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