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Agrarrohstoffe : Anleger mögen Sojabohnen

  • -Aktualisiert am

Sojabohnen für Tofu Bild: Reuters

Die Nachfrage nach Sojabohnen nimmt deutlich zu. Dürren in Argentinien und Brasilien machen das Gut teurer. Anleger profitieren mit Exchange Traded Commodities, die den Preis von Rohstoffen abbilden.

          Unter den Agrarrohstoffen verzeichnen Sojabohnen einen erheblichen Preisanstieg - kein Wunder, dass sie auch bei Anlegern sehr beliebt sind. Seit rund einem halben Jahr verteuert sich der Rohstoff. „Das Angebot für Sojabohnen hat sich auf der Welt spürbar verknappt“, sagt Rohstoffanalyst Carsten Fritsch von der Commerzbank. „Wegen der dürrebedingten Ernteausfälle in wichtigen Anbauländern wie Brasilien und Argentinien steigen die Preise.“ Nicht nur Großinvestoren wie Banken und Hedgefonds kaufen Agrarrohstoffe. Auch Privatanleger können an der Preisentwicklung im Sojabohnenmarkt teilnehmen.

          Hierzulande haben die Anbieter Source sowie ETF Securities Sojabohnen-ETC im Angebot. ETC steht für Exchange Traded Commodities, die Wertpapiere bilden Rohstoffpreise ab. „Sojabohnen-ETC von ETF Securities bilden die Kursentwicklung des DJ-UBS Soybeans Sub-Index ab“, sagt Nigel Longley von ETF Securities. „Der DJ-UBS Soybeans Sub-Index hat den Futures-Kontrakt Soybeans (S) auf der CBOT-Börse als Basiswert.“ Nach Angaben von Longley sind die ETC von ETF Securities „börsennotierte Inhaberschuldverschreibungen, die vollständig durch hochwertige Kreditsicherheiten wie Staatsanleihen und andere Wertpapiere mit hoher Bonität hinterlegt sind“. Der jeweilige rechtliche Emittent sei eine eigens für die Ausgabe der ETC geschaffene Zweckgesellschaft. „Die Treuhandstruktur bei ETC und die Sicherheitszuschläge nach englischem Recht zusammen mit den Besicherungsvereinbarungen bieten Schutz vor dem Emittenten- und Kontrahentenrisiko“, sagt Longley.

          Biokraftstoff und Futtermittel

          Sojabohnen sind nicht nur ein Nahrungsmittel, das etwa zu Sojaöl verarbeitet wird. In Argentinien, aber auch in den Vereinigten Staaten werden Sojabohnen zudem als Biokraftstoff genutzt. In China sind Sojabohnen besonders als Futtermittel begehrt, um Schweine und Rinder zu füttern. Das Land ist der größte Nachfrager von Sojabohnen auf der Welt.

          Preisentwicklung seit März 2007

          Derweil ist der Handel mit Agrarrohstoffen in der Kritik. Es heißt, Investmentbanken würden mit ihren Geschäften den Hunger auf der Welt steigern. Die Befürworter des Agrarhandels an den Terminbörsen argumentieren, dass Anleger in diesem Markt für eine höhere Liquidität sorgen, die auch den Landwirten zugutekomme, die sich an den Terminbörsen absichern.

          Bedarf an Sojabohnen wächst in China weiter

          Nach Angaben von ETF Securities betrug das weltweit verwaltete Vermögen in Sojabohnen-ETC bis Ende März 53 Millionen Dollar. Davon seien 75 Prozent - also 40 Millionen Dollar - Produkte von ETF Securities. Ein höheres Volumen bei den ETF-Securities-Produkten im Agrarsektor habe Weizen mit 204 Millionen Dollar. Mais komme auf 80 Millionen Dollar und Zucker auf 46 Millionen Dollar.

          Mit Blick auf die weitere Preisentwicklung für Sojabohnen ist Commerzbank-Analyst Fritsch skeptisch: „Die globalen Lagerbestände sind auf einem komfortablen Niveau, die Preise sollten eher sinken, zumal die amerikanische Sojabohnenernte dieses Jahr wieder besser ausfallen dürfte, so dass sich die Angebotslage entspannen sollte.“ Allerdings wachse derweil in China der Bedarf an Sojabohnen weiter: „Vergangenes Jahr waren die Importe eher verhalten, aber dieses Jahr wird wieder mit deutlich höheren Sojabohnenimporten zu rechnen sein, darauf deuten jedenfalls die Importzahlen im ersten Quartal hin.“

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