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Agraraktien : Syngenta reizvoller als Monsanto

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Bild: AP

Agrarrohstoffe sind teuer. Sie sind zu Spekulationsobjekten geworden. Bisher konnte das Angebot mit der zunehmenden Nachfrage mithalten. Unternehmen wie Syngenta und Monsanto profitieren von Investitionen in weitere Produktivitätsfortschritte.

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          Nach einer Zwischenkonsolidierung auf hohem Niveau ziehen die Preise der Agrarrohstoffe am Mittwoch in einem Umfeld mit kurzfristig hoher Risikoneigung wieder an. Die Preise von Mais und Weizen steigen um 2,5 Prozent, während der von Soja um 1,2 Prozent zulegt.

          Nicht nur der Risikoappetit trägt zum Auftrieb bei, sondern nach den richtungs- und entschlusslosen Gesprächen über eine stärkere Regulierung dieser engen Märkte blasen spekulative Anleger trotz der robusten Versorgungslage wieder zur Jagd. Das Angebot am Weltmarkt für Agrarprodukte habe sich verschlechtert, erklärt Jim Rogers einmal mehr. Er ist im Rohstoffsektor aufgrund seiner markanten Sprüche nicht nur ein viel beachteter Investor, sondern er hat in den vergangenen Jahren mit seinen spekulativen Investments maßgeblich zum Preisauftrieb, zur zunehmenden Volatilität und zum hohen Preisniveau beigetragen (siehe auch: Am Rohstoffmarkt droht ein Teufelskreis und Rohstoffmärkte: UN-Studie fordert die Regulierung).

          Nachfrage nach Agrargütern zunehmend - Produktivitätsfortschritte nötig

          Es ist zwar unstrittig, dass die Nachfrage nach Nahrungsmitteln in den kommenden Jahren aufgrund des zunehmenden Wohlstands in weiten Teilen der Welt und wegen der wachsenden Weltbevölkerung zunehmen wird. Bis im Jahr 2050 werde die Weltbevölkerung um 34 Prozent auf dann 9,1 Milliarden Menschen steigen, erklärt die FAO, die Welternährungsorganisation der UNO. Zusammen mit dem Wohlstandseffekt mache das eine Steigerung der Nahrungsmittelproduktion um 70 Prozent nötig. Das mag zunächst dramatisch klingen. Allerdings wird die Perspektive relativiert durch die Tatsache, dass zum Beispiel alleine die globale Maisproduktion in den vergangenen 50 Jahren um 330 Prozent gesteigert werden konnte.

          Bei anderen Agrarrohstoffen waren aufgrund des technischen Fortschritts auf beinahe gleich bleibender Anbaufläche ähnliche Produktionszuwächse zu verzeichnen. Bei angemessenen Investitionen, die unter anderem von den hohen Preisen ausgelöst werden, sind weitere Zuwächse zu erwarten. Davon profitieren langfristig die Landmaschinenhersteller, die Düngemittelunternehmen und Agrarkonzerne wie Syngenta und Monsanto. Letztere tragen maßgeblich zu den anbautechnischen und züchterischen Fortschritten bei, die zur Bewältigung des notwendigen Produktionswachstums erbracht werden müssen.

          Sie können von Unternehmen wie Syngenta oder Monsanto kommen

          Sie können auf dieser Basis schon seit Jahren sowohl Umsätze als auch Gewinne zumindest im langfristigen Trend steigern. Kein Wunder also, dass die Kurse ihrer Aktien in langfristigen Trends ebenfalls nach oben laufen. Die Kurse der Syngenta-Namensaktien sind in den vergangenen acht Jahren um 343 Prozent gestiegen. Der Gesamtertrag, der auch die Ausschüttungen berücksichtigt, lag bei knapp 23 Prozent jährlich.

          Beim amerikanischen Konkurrenten sah diese Entwicklung sogar noch beeindruckender aus. Der Gesamtertrag lag in den vergangenen acht Jahren bei knapp 30 Prozent pro Jahr. Das Unternehmen hatte in der jüngeren Vergangenheit zwar mit Konkurrenzproblemen zu kämpfen. Aus China kamen preisgünstige Nachahmerprodukte für das bekannt-berüchtigte und gefragte Totalherbizid Round-Up.

          Am Mittwoch reagiert die Aktie des Unternehmens allerdings mit Kursgewinnen von bis zu 5,3 Prozent auf die Mitteilung, im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres den Gewinn bei einem Umsatzwachstum von 21 Prozent um 77 Prozent auf 680 Millionen Dollar oder 1,26 Dollar je Aktie gesteigert zu haben. Diese Zahl lag am oberen Ende der Erwartungen. Gleichzeitig hob das Unternehmen seine Prognose für das Gesamtjahr leicht an. Das gibt der Aktie, sie sich seit der Wirtschafts- und Finanzkrise in einem sehr volatilen Seitwärtstrend befindet, kurzfristig etwas Kursauftrieb. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 25 und 21 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr ist sie allerdings bei aller denkbaren operativen Perspektive schon etwas teuer. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von knapp 17 und 15 sehen die Papiere von Syngenta wesentlich interessanter aus.

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