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Agraraktien : Anleger können gute Ernte einfahren

  • -Aktualisiert am

Die Preise für Agrarrohstoffe und Lebensmittel dürften weiter steigen. Bild: ZB

Aktienfonds erzielen mit Landwirtschaft eine hohe Wertentwicklung. Mit der Spekulation auf Lebensmittelpreise wollen die Anbieter aber nichts zu tun haben.

          Aktienfonds, die in Landwirtschaft investieren, machen Anlegern noch Freude. Um mehr als 20 Prozent verteuerte sich im laufenden Jahr der Anteilspreis des DJE Agrar und Ernährung. In den vergangenen drei Jahren schaffte der Fonds einen Wertzuwachs von knapp 16 Prozent im Jahresdurchschnitt. Und damit ist der Fonds aus dem Hause des Altmeisters am deutschen Aktienmarkt, Dr. Jens Ehrhardt, bei weitem keine Ausnahme. Der Allianz Global Agricultural Trends kommt zwar nicht ganz an den DJE-Fonds heran. Doch ein Wertzuwachs von gut 14 Prozent im laufenden Jahr schaffen nicht viele Geldanlagen mit einem vergleichbaren Risiko.

          Landwirtschaft ist wieder gefragt. Manche wie der Brillenunternehmer Günther Fielmann kaufen in großem Stil Agrarflächen in Nord- und Ostdeutschland. So hat er Gut Schierensee mit 1600 Hektar gekauft, Gut Marutendorf mit 470 Hektar, Hof Möglin mit 180 Hektar und schließlich Hof Lütjensee bei Hamburg. Fielmann geht es mit Sicherheit nicht um Rendite allein. Schließlich engagiert er sich auch für naturnahe Forstwirtschaft und ökologischen Landbau.

          Durch hohe Subventionen für EU-Landwirte können Bauern aus anderen Regionen schwer mithalten

          Mit der ethisch umstrittenen Spekulation auf steigende Lebensmittelpreise wollen die Anbieter von Agrarfonds meist nichts zu tun haben. „Ich finde es gut, dass die Preise für Nahrungsmittel steigen“, sagt Jörg Dehning, Fondsmanager des DJE Agrar und Ernährung. „Denn wenn die Preise für Lebensmittel steigen, wird es für die Unternehmen interessanter, in diesen Bereich zu investieren.“ Doch leider gingen die Agrarpreise aus dem falschen Grund in die Höhe.

          Kürzungen von Subventionen oder eine gezieltere Einsetzung wären für ihn der bessere Grund. Durch die hohen Subventionen für die Landwirte - allein 55 Milliarden Euro direkt von der Europäischen Union und rund 270 Milliarden Euro in den 34 OECD-Ländern - sei es für Landwirtschaftsbetriebe aus anderen Regionen sehr schwer, mitzuhalten. Manchen Managern von Agrarfonds wird vorgehalten, die Spekulation mit Nahrungsmitteln wie Soja, Weizen oder Zucker käme ihnen ganz gelegen. „Das ist nicht richtig“, sagt Dehning. „Wenn die Agrarpreise niedrig wären, würde ich den Schwerpunkt meiner Anlagen verschieben und stärker beispielsweise in Hersteller von Pasta oder anderen Nahrungsmitteln investieren.“

          Düngemittelfabrikanten wie Potash und K+S zählen zu den beliebten Titeln der Agrarfondsmanager

          Die schweizerische Vermögensverwaltung SAM, die auf nachhaltige Geldanlagen spezialisiert ist, rechnet damit, dass die Nahrungsmittelpreise nicht nur nominal, sondern auch um die Inflation bereinigt steigen werden. „Bis 2050 ist eine Verteuerung um 60 Prozent denkbar“, heißt es in einer Studie. „Investoren bietet der Agrarsektor attraktive Anlagechancen, die eine Diversifikation des Portfolios ermöglichen, Schutz gegen Inflationsrisiken bieten und Zugang zum Wachstum der Schwellenländer eröffnen“, heißt es da weiter. SAM bietet selbst einen Agraraktienfonds, den SAM Sustainable Agribusiness Equities, an. Um rund 16 Prozent ist der Anteilspreis im laufenden Jahr gestiegen, was zeigt, dass eine Ausrichtung auf nachhaltige Aktien im Agrarbereich nicht zwingend Rendite kostet.

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