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Agrar-Spekulation : Der Nächste steigt aus

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Finanzwetten auf die Preisentwicklung von Mais, Soja oder Weizen stehen im Ruf, die Preise zulasten der Ärmsten nach oben zu treiben. Bild: dapd

Finanzwetten auf die Preisentwicklung von Mais, Soja oder Weizen stehen im Ruf, die Preise zulasten der Ärmsten nach oben zu treiben. Mit der DZ-Bank trennt sich ein weiteres deutsches Institut von dem Geschäft mit dem schlechten Image.

          Die genossenschaftliche DZ Bank steigt aus Spekulationsgeschäften mit Getreide und anderen Agrarrohstoffen aus. Das Frankfurter Zentralinstitut von mehr als 900 Volks- und Raiffeisenbanken bestätigte zum Wochenauftakt entsprechende Informationen der Organisation Foodwatch.

          Die Bank verabschiedet sich damit vom Vertrieb entsprechender Finanzprodukte, stellt die betroffenen Fonds ihrer Tochter Union Investment um und setzt sich zudem für eine schärfere Regulierung der Agrarrohstoffmärkte ein, wie aus einem Brief des DZ-Vorstandsmitglied Lars Hille an Foodwatch hervorgeht. Der Banker spricht sich darin ausdrücklich für eine schärfere Kontrolle der Handelsvolumina und für eine Börsenpflicht der Derivate aus.

          Kritiker sehen die Finanzprodukte zur künftigen Preisentwicklung der Rohstoffe (Futures) als ein Auslöser für spekulative Preisspitzen bei Lebensmitteln. Befürworter betonen hingegen die Funktion der Papiere zur Preissicherung. Allerdings ist in den vergangenen Jahren der Derivatehandel mengenmäßig deutlich angestiegen, was auf starke Spekulationen schließen lässt.

          Die DZ-Bank folgt mit ihrem Schritt anderen Instituten wie der Commerzbank, mehreren Landesbanken sowie der Dekabank der Sparkassen. In dem Geschäft sei man ohnehin „kein großer Player“ gewesen, erklärte am Montag ein Sprecher der DZ-Bank. Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode kritisierte erneut die Deutsche Bank, die auf das Geschäft nicht verzichten wolle. Sie versuche, die notwendige politische Regulierung der Finanzmärkte mit allen Mitteln zu hintertreiben.

          Die Deutsche Bank hat es bislang abgelehnt, auf die umstrittenen Agrar-Geschäfte zu verzichten. Es gebe kaum stichhaltige empirische Belege für die Behauptung, dass die zunehmende Bedeutung von Agrarfinanzprodukten für Preissteigerungen oder erhöhte Preisschwankungen verantwortlich sei. Sie seien im Gegenteil nützlich, erklärte Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen im Januar. Der Hunger könne nur abgestellt werden, wenn es gelinge, Kapital auf intelligente Weise in diese Bereiche zu lenken.

          Das Bundeslandwirtschaftsministerium begrüßte derweil die Entscheidung der DZ-Bank. „Es ist  wichtig, dass ein klarer Trennstrich gezogen wird zwischen verantwortungsvollen Investitionen, die hilfreich sind im Kampf gegen den Hunger, und Transaktionen, die Preisschwankungen verstärken können“, erklärte ein Sprecher in Berlin. Wer als großes Geldinstitut angesichts von fast 900 Millionen hungernden Menschen hier keinen Unterschied mache, handele verantwortungslos.

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