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Edelmetalle : Gold-Rekord in Frankfurt

Dank der Aufwertung des amerikanischen Dollar ist der Verlust von Gold, in Euro gerechnet, nicht ganz so groß. Bild: dpa

Der Goldpreis ist seit Jahresbeginn um rund 7 Prozent gestiegen. Doch nun verliert das Edelmetall an Wert. Unterdessen ist das Xetra-Gold beliebt wie nie.

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          Für Anleger, die in Gold investiert haben, scheint dieses Jahr auf den ersten Blick kein schlechtes zu sein. Seit Jahresbeginn ist der Preis dieses Edelmetalls um rund 7 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Ein Aktienindex wie der Dax hat gut 8 Prozent zugelegt. Am Mittwoch kostet die Feinunze (31 Gramm) Gold kaum verändert zum Vortag rund 1220 Dollar. Vor etwa vier Wochen verzeichnetet der Goldpreis allerdings zeitweise noch ein Jahreshoch von rund 1300 Dollar, was einem Anstieg um 13 Prozent entsprach.

          Kerstin Papon
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Seither haben auch andere Edelmetalle im Preis verloren. Zu Beginn dieser Woche fiel der Goldpreis dabei bis auf 1218 Dollar – der tiefste Wert seit Mai und mit einem Minus von zeitweise 2 Prozent zugleich der größte prozentuale Tagesverlust seit November. Bei Gold habe das Unterschreiten der charttechnisch wichtigen 200-Tage-Linie den Preisrückgang noch verstärkt, sagen Analysten der Commerzbank. Steigende Aktienmärkte, höhere Anleiherenditen und der festere amerikanische Dollar hätten zuletzt offenbar zu Verkäufen von Edelmetallen geführt, die großteils spekulativ getrieben sein dürften.

          XETRA Gold

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          Da der amerikanische Dollar aufgewertet habe, sei der Verlust von Gold, in Euro gerechnet, nicht ganz so groß gewesen. Und dennoch habe dieser Preis mit rund 1072 Euro je Feinunze das tiefste Niveau seit 15 Monaten verzeichnet. Dabei zögen sich spekulative Anleger schon seit rund drei Wochen aus Gold, Silber oder Platin zurück beziehungsweise wetteten hier verstärkt auf fallende Notierungen. Bei Gold sei es zudem zu deutlichen Abflüsse aus börsengehandelten Fonds (ETF) gekommen.

          Gold USD

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          Unterdessen ist Xetra-Gold so beliebt wie nie zuvor. Mit 167,6 Tonnen habe der Goldbestand dieser Inhaberschuldverschreibung einen Rekord erreicht, gab Deutsche Börse Commodities am Dienstag bekannt. Der Zuwachs seit Jahresbeginn betrage 50 Tonnen. Das verwaltete Vermögen belaufe sich nun auf rund 5,8 Milliarden Euro. Dieser Anstieg sei vor allem auf die hohe Nachfrage institutioneller Investoren zurückzuführen, sagt Steffen Orben, Geschäftsführer von Deutsche Börse Commodities.

          Der Bestand erhöht sich immer dann, wenn Anleger Xetra-Gold-Anteile über die Börse kaufen. Dabei wird im Zentraltresor für deutsche Wertpapiere in Frankfurt für jeden Anteilschein 1 Gramm Gold hinterlegt. Xetra-Gold-Anleger haben Anspruch auf Auslieferung des verbrieften physischen Goldes. Seit dem Start von Xetra-Gold im Jahr 2007 haben Anleger davon 949 Mal Gebrauch gemacht. 4,7 Tonnen an Gold wurden ausgeliefert.

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