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Blick auf den Finanzmarkt : Dax tendiert etwas schwächer

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Die jüngste Eskalation der Kämpfe in Libyen hat die Stimmung an den amerikanische Aktienmärkten am Mittwoch getrübt. Konjunkturdaten und ein geringfügiger Rückgang des Ölpreises führten keine Trendwende herbei. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte fiel um einen Punkt auf 12.213. Der S&P-500 sank um 0,1 Prozent oder 2 Punkte auf 1.320. Der Nasdaq-Composite büßte 0,5 Prozent oder 14 Punkte auf 2.752 ein. Umgesetzt wurden 0,87 (Dienstag: 0,99) Milliarden Aktien. Dabei kamen auf 1.417 Kursgewinner 1.560 -verlierer, während 116 Titel unverändert schlossen. Am Mittwoch jährte sich der Beginn des Bullenmarkts zum zweiten Mal. In den vergangenen beiden Jahren hat sich der S&P-500 nahezu verdoppelt. Im März 2009 habe der Markt ein Weltuntergangsszenario eingepreist, das aber nicht eingetreten sei, sagt ein Marktteilnehmer. Die seither verzeichnete Erholung der Kurse sollte nicht allein der wieder besseren Konjunktur zugeschrieben werden, fügt er hinzu.

An Konjunkturdaten wurden die Lagerbestände im Großhandel veröffentlicht. Im Januar wurde hier eine etwas stärkere Zunahme verzeichnet, als Volkswirte erwartet hatten. Ferner meldete das amerikanische Energieministerium einen überraschend deutlichen Anstieg seiner Rohölvorräte, was den Ölpreis etwas nachgeben ließ. Zu den Stützen des DJIA zählten IBM, die um 2,2 Prozent auf 165,86 Dollar zulegten. Dagegen wurden in Bank of America (-0,7 Prozent auf 14,59 Dollar) Gewinne mitgenommen. Die Titel waren am Dienstag Tagessieger im Index. Gesucht waren ferner Merck & Co (+0,9 Prozent auf 33,29 Dollar). Unter Druck standen dagegen Caterpillar (-1,8 Prozent auf 102,36 Dollar, DuPont (-1,0 Prozent auf 53,71 Dollar) und Chevron (-1,6 Prozent auf 102,14 Dollar). American Eagle Outfitters legten um 5,1 Prozent auf 15,56 Dollar zu, nachdem das Unternehmen überzeugende Geschäftszahlen zum vierten Quartal vorgelegt hat. Walgreen (+0,5 Prozent auf 42,61 Dollar) profitierten vom Verkauf eines Geschäftsbereichs für 525 Millionen Dollar. Im Technologiesektor büßten Nvidia 2,1 Prozent auf 19,14 Dollar ein. Die Analystenveranstaltung des Herstellers von Grafikkarten sei insofern enttäuschend verlaufen, als das Unternehmen nichts Neues mitgeteilt habe, sagten Beobachter. Anleger hätten dies wohl zum Anlass genommen, Gewinne mitzunehmen, nachdem die Nvidia-Aktie in den ersten sechs Wochen des Jahres fast 70 Prozent zugelegt habe.

Amerikanische Anleihen profitierten von Notes-Auktion

Die amerikanischen Anleihen haben am Mittwoch fester tendiert, nachdem die Auktion zehnjähriger Notes auf lebhafte Nachfrage getroffen war. Die jüngste Eskalation der Kämpfe in Libyen habe das Interesse an den neuen Anleihen befördert, sagten Händler. Im späten New Yorker Handel stiegen die Kurse zehnjähriger Titel mit einem Kupon von 3,625 Prozent um 21/32 auf 101-9/32. Die Papiere rentierten mit 3,469 Prozent, nach 3,55 Prozent am Dienstag. Der Kurs der mit 4,750 Prozent verzinsten 30-jährigen Staatsanleihe gewann 29/32 auf 102-09/32. Ihre Rendite sank von 4,664 auf 4,608 Prozent. Die zehnjährigen Notes wurden zu einer Höchstrendite von 3,499 Prozent zugeteilt. Somit musste das amerikanische Finanzministerium weniger Zinsen bieten als bei der vorigen Auktion und als von Marktteilnehmern erwartet. Händler erklärten das große Interesse an der Auktion mit der Situation in Libyen und dem Anstieg des Ölpreises. Anleger fürchteten, dass der hohe Ölpreis auf Dauer die Erholung der Wirtschaft behindern werde. Die am Berichtstag veröffentlichten Daten zu den Lagerbeständen im Großhandel hatten keinen Einfluss auf den Markt, obwohl im Januar ein etwas stärkerer Anstieg als erwartet verzeichnet worden war. Wie das amerikanische Handelsministerium mitteilte, stiegen die Bestände um 1,1 Prozent, Volkswirte hatten ein Plus von 0,9 Prozent erwartet.

Lateinamerikas Börsen schlossen am Mittwoch im Minus

Die wichtigeren Börsen Lateinamerikas sind am Mittwoch mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Im brasilianischen São Paulo gab der Aktien-Index der Bovespa-Börse (Ibovespa) um 748,35 Punkte (1,10 Prozent) auf 67 263,80 Zähler nach. Der IPC-Index in Mexiko-Stadt sank um 237,93 Punkte oder 0,65 Prozent auf 36 450,19 Zähler. Auch in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires schloss die Börse im Minus: Der Merval-Index verlor dort 10,20 Punkte und sank um 0,29 Prozent auf einen Endstand von 3457,52 Zählern.

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