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Blick auf den Finanzmarkt : Dax auf Erholungskurs

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Der deutsche Aktienmarkt ist am Freitag nach positiven Vorgaben aus den Vereinigten Staaten und positiv interpretierten Quartalsberichten mit Kursgewinnen in den Handel gestartet. Die kräftigsten Gewinne im Dax verbuchten nach überraschend vorgelegten Zahlen die Aktien von Adidas.

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          Der deutsche Aktienmarkt ist am Freitag nach positiven Vorgaben aus den Vereinigten Staaten und positiv interpretierten Quartalsberichten mit Gewinnen gestartet. Der Leitindex Dax stieg im frühen Handel um 0,56 Prozent auf 6203 Punkte. Der MDax legte um 0,58 Prozent auf 8381 Punkte zu und der TecDax gewann 0,15 Prozent auf 842 Punkte.

          Die kräftigsten Gewinne im Dax verbuchten nach überraschend vorgelegten Zahlen die Aktien von Adidas mit 3,45 Prozent auf 44,29 Euro. Europas größter Sportartikelhersteller hatte am Vorabend einen kräftigen Ergebnissprung im ersten Jahresviertel gemeldet und seine Gewinnprognose für 2010 angehoben. Puma stiegen im Gefolge um 1,04 Prozent auf 253,10 Euro.

          Euro auf tiefstem Stand seit April 2009

          Der Kurs des Euro hat am Freitag seine Talfahrt vom Vortag fortgesetzt und sich der Marke von 1,32 amerikanische Dollar angenähert. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde im frühen Handel mit 1,3231 amerikanische Dollar gehandelt. Ein Dollar war 0,7557 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag noch auf 1,3339 (Mittwoch: 1,3373) Dollar festgesetzt. Nach Veröffentlichung der nach oben korrigierten Defizitzahlen für Griechenland war der Euro bereits am Donnerstag unter die Marke von 1,33 Dollar gesunken, nachdem er zuvor noch über 1,34 Dollar notiert hatte. Auch ein stark ausfallender Ifo-Geschäftsklimaindex werde keine Trendwende beim Euro herbeiführen, erwartet die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Bereits am Donnerstag hätten starke Konjunkturzahlen aus der Eurozone dem Euro nicht geholfen. Der Euro habe angesichts der Griechenland-Krise massives Abwertungspotential. Schon bald könnte die Marke von 1,30 Dollar erreicht werden.

          Renten-Futures gehen gut behauptet in der Handel

          Die deutschen Renten-Futures haben am Freitag die Sitzung mit gut behaupteter Tendenz eröffnet. Der Bund-Future mit Fälligkeit im Juni steigt gegen 8.40 Uhr um 7 Ticks auf 124,01 Prozent. Das bisherige Tageshoch liegt bei 124,08 Prozent und das -tief bei 123,94 Prozent. Umgesetzt wurden bislang rund 23.000 Kontrakte. Für den BOBL-Future mit Fälligkeit im Juni geht es um 1 Tick auf 117,56 Prozent nach oben. Fundamental überlagern die Sorgen über die Schuldenkrise an den Rändern der Eurozone mit Griechenland an der Spitze alle konjunkturellen Erholungsansätze. Die Spekulationen „über Griechenland und Konsorten“ sorgten für immer neue Anstiege des Bund, urteilt die LBBW am Freitagmorgen und sieht die deutschen Renten-Futures im Tagesverlauf mit freundlicher Tendenz. Scheinbar ändere sich dies erst, wenn die erste Milliarde an Liquidität von Deutschland nach Griechenland geflossen sei, heißt es weiter. Die Analysten der Helaba merken mit Blick auf die Charttechnik an: Durch die Defizitzahlen der Eurozone beflügelt habe der Bund-Future am Vortag die Widerstände bei 123,88 Prozent sowie 124,09 Prozent überwunden. Mit 124,31 Prozent sei zudem ein neues Kontrakthoch markiert worden. Nun nehme der Bund das nächste Ziel bei 124,50 Prozent/53 Prozent ins Visier. Die technischen Indikatoren seien allesamt nach Norden gerichtet und unterstützten die derzeitige Bund-Stärke, die sich fortsetzen dürfte, zumindest bis Griechenland sich letztendlich zur Aufnahme des Notkredites entscheide. Der Anstieg der amerikanische Renditen im Vortagesverlauf mahne aber zur Vorsicht. „Der Bund-Future wird als sicherer Hafen gesucht“, sagt ein Händler. Er profitiere von einer Flucht aus griechischen, portugiesischen und spanischen Anleihen, deren Spreads weiter gestiegen sind. Analysten verweisen im Tagesverlauf auf die anstehenden Konjunkturdaten. Vor allem der Ifo-Geschäftsklimaindex aus Deutschland und der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter in den Vereinigten Staaten sowie neue Daten zum amerikanische Immobilienmarkt hätten das Zeug, für Bewegung zu sorgen.

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