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Kapitalanlage von Versicherern : Deutsche Versicherer sind oft spät dran

  • -Aktualisiert am

Autobahnen können ein interessantes Investment für institutionelle Investoren sein, doch es gibt selten Projekte. Bild: dpa

Die deutsche Assekuranz macht selten etwas ganz und gar Falsches. Aber mit dem Richtigen sind sie oft spät dran. Auch in der Kapitalanlage. Deshalb ist die Hinwendung zu alternativen Investments nicht frei von Risiken.

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          Die deutschen Versicherer machen selten etwas ganz und gar Falsches. Anders als Banken haben sie keine toxischen Produkte in den Finanzmarkt eingebracht, die nach 2007 mehrere globale Krisen ausgelöst haben. Totalverluste mussten sie Kunden selbst in Ausnahmefällen kaum zumuten.

          Doch sie machen häufig das Richtige zu spät. Erst nach der Politik erkannten sie, dass das Niedrigzinsniveau existenzielle Folgen für die Branche haben würde. Ihre Abwendung von Zinsgarantien war eine Notoperation im letzten Augenblick, bevor die Bilanzen dauerhaft überlastet wären. Und auch die Hinwendung zu alternativen Kapitalanlagen wie Beteiligungen, Private Debt und Infrastruktur erfolgt aus einer Position der Defensive.

          Nun werden auf einen Schlag hohe Anlagevolumina benötigt, um attraktivere Erträge erzielen zu können. Bei starker Nachfrage ist nicht jedes Anlageobjekt so attraktiv wie in entspannteren Phasen. In Deutschland mit seiner föderalen Struktur ist auch nicht damit zu rechnen, dass bald der Durchbruch für öffentlich-private Partnerschaften erfolgt und Versicherern interessante Infrastruktur-Investments ermöglicht.

          Nein, der Weg zu mehr Diversifikation wird weiter mühsam sein. Dafür dass es möglich ist, Altersvorsorge mit höheren Immobilien-. Beteiligungs- und Aktienquoten zu betreiben, gibt es jedenfalls selbst in der Assekuranz einige gute Beispiele. Dabei wird hier gern behauptet, das gehe gar nicht.

          Philipp Krohn
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

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