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Edelmetall-Studie : Deutsche Privatanleger horten mehr Gold als die Bundesbank

Gold ist in der Corona-Krise beliebt. Bild: Picture-Alliance

Privatanleger in Deutschland verfügen mittlerweile über mehr als 9000 Tonnen Gold. Allein in den vergangenen beiden Jahren haben viele Goldanleger mehr als 4000 Euro in das Edelmetall investiert.

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          Deutsche Privatanleger haben längst erheblich mehr Gold in ihren Tresoren und Schließfächern als die Deutsche Bundesbank. Das geht aus einer Goldstudie hervor, die von der Reisebank und dem Research Center for Financial Services der Steinbeis-Hochschule Berlin erstellt wurde. Die Deutschen besitzen demnach inzwischen mehr als 9.000 Tonnen Gold und damit 2,7-mal so viel wie die Bundesbank, deren Bestand nahezu gleichgeblieben ist. Deutsche (Privathaushalte und Bundesbank) halten damit 6,2 Prozent der Goldvorräte in aller Welt – zu einem Gegenwert von derzeit mehr als 616 Milliarden Euro.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Anteil der Deutschen im Alter von mehr als 18 Jahren, die Gold in irgendeiner Form als Anlage besitzen, ist der Studie zufolge auf 41,7 Prozent gestiegen. 93,2 Prozent derjenigen, die je Gold erworben hätten, seien mit ihrem Investment zufrieden. Die Bereitschaft, das Gold behalten zu wollen, ist – trotz der Höchststände beim Goldpreis – unverändert hoch, und über drei Viertel planen, sogar noch mehr Gold zu erwerben.

          Von allen möglichen Anlageklassen habe Gold aus der Sicht der Befragten am stärksten durch die Pandemie an Attraktivität hinzugewonnen, Kryptowährungen und Aktien würden nicht annähernd so hohe Werte zugewiesen.

          Würde man den kompletten Goldbesitz der deutschen Privathaushalte und der Bundesbank zusammen in einen Würfel packen, hätte dieser gerade einmal eine Kantenlänge von etwas mehr als 8,6 Metern. Ein Würfel, der allerdings auch aufgrund des in der Krise deutlich gestiegenen Goldpreises einen Wert von rund 616 Milliarden Euro besäße. Dabei ist der Goldbesitz der Deutschen gegenüber dem Jahr 2019 nochmals um rund 270 Tonnen auf mehr als 9.089 Tonnen angestiegen, während der Goldbesitz der Bundesbank (3.362 Tonnen) nahezu unverändert geblieben ist.

          Der größte Teil des Goldes in der Hand von Privatpersonen wird in der Form von Goldmünzen oder -barren gehalten. Dieser Anteil hat gegenüber 2021 um 269 Tonnen auf 5.194 Tonnen zugelegt, was einem Gegenwert von mehr als 257 Milliarden Euro entspricht. Erstmals wurden gegenüber dem massiven Zuwachs bei den physischen Anlagewerten gleichzeitig Abflüsse bei Schmuck festgestellt – Ausdruck der Tatsache, dass manche Bundesbürger den hohen Goldkurs dazu genutzt haben, Schmuck zu veräußern, um ihre liquiden Mittel zu erhöhen, während insbesondere Menschen mit hohem Vermögen umgekehrt liquide Mittel oder andere Anlageklassen in Gold als Wertspeicher umgewandelt haben.

          Auch jüngere Leute kaufen Gold

          In den vergangenen beiden Jahren hat den Angaben zufolge mehr als ein Viertel der Befragten Anlagegold gekauft und dabei durchschnittlich 4.250 Euro investiert. Darunter seien mehr als fünf Prozent Erstkäufer. Mehr als die Hälfte der Anleger hat dabei Barren erworben (41,9 Prozent klassische Goldbarren und 11 Prozent Tafelbarren), wobei der Tafelbarren mit seiner spezifischen Eigenschaft als „teilbares“ Anlagegold in der Pandemie einen massiven Nachfrageschub erfahren habe. Ein gutes Drittel der Anleger setzte auf Goldmünzen.

          Drei Viertel der Käufer von Gold (76,6 Prozent) geben an, auch weiterhin welches erwerben zu wollen und die Zahl derer, die angibt, das Gold behalten zu wollen, ist auf anhaltend hohem Niveau (82,4 Prozent), trotz des hohen Goldpreises und damit eines deutlichen Anreizes, es zu veräußern. Die vorrangig genannten Gründe für Goldinvestments sind Werterhalt (43,9 Prozent), Schutz vor Inflation (33 Prozent), die Ästhetik (31,1 Prozent) und der Aspekt, eine reale, wertdichte Anlage in den Händen zu halten (29,7 Prozent).

          Die Reisebank-Studie hat erstmals auch das spezifische Verhalten einer Generation beobachtet und dabei bewusst die „Generation Z“ (geboren zwischen 1995 und 2010) ausgewählt. Demnach haben deutlich mehr Menschen, die zu diesen Jahrgängen zählen, in der Pandemie Gold gekauft als der Rest der Befragten (23,3 Prozent gegenüber 15,6 Prozent). Dabei haben sie einen geringeren Betrag aufgewendet (2904 Euro gegenüber 4555 Euro). Sie haben dabei bevorzugt die Kaufmöglichkeit vor Ort gegenüber online gewählt - auch das in einem höheren Maße als der Durchschnitt. Zugleich ist den Angehörigen der „Generation Z“ der Aspekt der nachhaltigen Herkunft des Goldes deutlich wichtiger als dem Rest der Anleger und sie sind auch eher bereit, mehr dafür zu investieren (69,3 gegenüber 42,3 Prozent).

          Christof Wilms, Chefhändler der Reisebank, meinte dazu: „Die Nachfrage nach Gold ist im Jahres-Vergleich anhaltend hoch. Das hat im Wesentlichen damit zu tun, dass die Nachfragetreiber die gleichen sind: Wir sind in einer Niedrigzinsphase und die Krisen-Indikatoren sind unverändert vorhanden: Dazu gehören etwa eine Flut billigen Geldes und eine temporäre Aufhebung der Schuldenbremse.“

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