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Nach Lira-Kursverlusten : Finanzaufsicht fragt Banken häufiger nach Türkei-Risiken

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Der türkische Präsident Erdogan und seine Frau Emine auf dem Kongress der AKP am 18. August in Ankara. Bild: dpa

Mehr als 20 Milliarden Euro Kredite haben deutsche Banken in die Türkei vergeben. Angesichts der jüngsten Sorgen um das Land kontrollieren die Aufseher das nun wohl genauer.

          Die deutsche Finanzaufsicht Bafin überwacht das Türkei-Engagements der deutschen Banken wohl mittlerweile schärfer. Eine Reihe von Instituten müsse die Behörde inzwischen „regelmäßiger“, und zwar vielfach wöchentlich, über ihre Risiken am Bosporus informieren, berichtet die „Börsen-Zeitung“ ohne näher bezeichnete Quelle.

          Dabei dürfte es sich um eine kleine bis mittlere zweistellige Zahl von Banken handeln. Das scheint vor allem eine Vorsichtsmaßnahme zu sein – derzeit gingen die Aufseher nicht davon aus, dass Engagements in der Türkei die Existenz eines Geldhauses unter ihrer Aufsicht gefährde. Von der Bafin lag zunächst keine Stellungnahme vor.

          Bankenverbände entwarnen

          Ein solche engere Überwachung nach dem starken Wertverlust der türkischen Lira gegenüber dem Dollar und dem Euro käme nicht überraschend. Nach Daten der Bundesbank hatten die deutschen Finanzinstitute im Juni beinahe 21 Milliarden Euro in der Türkei im Feuer.

          Gleichwohl zeigte sich die Deutsche Kreditwirtschaft (DK), der Zusammenschluss der fünf deutschen Bankenverbände, zuletzt gelassen. Das Engagement der deutschen Institute sei überschaubar und die Lira-Schwäche kein Problem für deutsche Kreditinstitute, erklärte die DK am 10. August. Nach Angaben von Banken handelt es sich oft nur um kurzfristige Geschäfte. Ein Großteil davon sei durch Kreditversicherungen geschützt.

          Auch Commerzbank-Chef Martin Zielke bezeichnete Mitte August das Engagement seines Instituts als überschaubar. Es entspreche nur 0,6 Prozent des Geschäftsvolumens (Exposure at Default), sagte Zielke im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW). Per Ende Juni betrug das Türkei-Engagement des Instituts 2,5 Milliarden Euro. Vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Entwicklungen würden Volkswirtschaften wie die Türkei eng beobachtet, erklärte die Commerzbank im Halbjahresbericht.

          Viele türkische Unternehmen haben Kredite in Dollar oder Euro aufgenommen. Das ist der Hintergrund der gegenwärtig häufig geäußerten Sorgen um das Land. Denn gerade in ausländischer Währung geliehenes Geld kann sich als Schwierigkeit erweisen, wenn die eigene Währung stark an Wert verliert. Dann könnte es für die entsprechenden Kreditnehmer schwieriger werden, ihre Kredite zurückzuzahlen – oder neue zu erhalten.

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