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Deutsche Börse : Dem SMax fehlt das Flair

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Immer mehr Unternehmen kehren dem SMax den Rücken zu Bild: dpa

Mit WMF, Schuler und Kaufring verlassen weitere Unternehmen den SMax. FAZ.NET kommentiert die Bedeutung der Segmentzugehörigkeit für die Aktienwahl.

          Die Hoffnungen waren groß, als am 26. April 1999 der Startschuss für den SMax fiel. Die in Deutschland traditionell vernachlässigten Nebenwerte sollten damit zum Leben erweckt worden. Ziel der Börse war es, ein Qualitätssegment für Smallcaps zu schaffen.

          Diesem Anspruch wird der SMax knapp 30 Monate nach seinem Start auch durchaus gerecht. Zumindest was die Transparenz- und Liquiditätsstandards angeht. Denn die sind hoch. Die derzeit 126 dort gelisteten Unternehmen müssen Quartalsberichte vorlegen und einen so genannten Designated Sponsor haben, der die Aktie betreut.

          Ab Anfang 2002 werden diese Regeln sogar noch verschärft. Hinzu kommen Quartalsberichte in Englisch und vor allem die Verpflichtung zur Bilanzierung nach den internationalen Regeln IAS oder US-GAAP.

          Gefährliche Abwärtsspirale

          Den Durchbruch hat das Segment trotz dieses Eifers bisher aber nicht geschafft - weder bei den Kapitalgebern noch bei den Kapitalnehmern. Inzwischen entwickelt sich sogar eine verhängnisvolle Abwärtsspirale. Die Anleger vernachlässigen das Segment, weil die großen Kursgewinne ausgeblieben sind und die Unternehmen verabschieden sich, weil aus ihrer Sicht Aufwand und Ertrag nicht zusammen passen.

          Die Begründungen für den Rückzug vom SMax - für den sich inzwischen acht Unternehmen (AHAG, Ahlers, Bijou Brigitte, Bien-Haus, Uzin Utz, Schuler, Kaufring und WMF) entschieden haben - ähneln sich jedenfalls. Auch die drei neuesten Auszügler Schuler, Kaufring und WMF beklagen, dass den zusätzlichen Kosten kein entsprechender Ertrag in Form von Kursgewinnen gegenüber stand. Bei der Würdigung dieser Argumentation ist zu berücksichtigen, dass ein SMax-Listing jährlich rund 250.000 Mark kostet. In konjunkturell schwierigen Zeiten fragen sich viele Mittelständler da zu Recht, ob sie das Geld nicht woanders besser einsetzen können.

          Wille zur Transparenz entscheidend

          Trotzdem sollten sich die Wackelkandidaten genau überlegen, zu welchem Entschluss sie sich durchringen. Aus Anlegersicht sollte eine bestimmte Segmentzugehörigkeit zunächst bei der Aktienauswahl keine Rolle spielen. Die zwischenzeitlich zu beobachtende Manie, sich auf bestimmte Aktien nur zu stürzen, weil sie zum Neuen Markt gehörten, dürfte zumindest geheilt sein. Problematisch wird es allerdings, wenn die Unternehmen nach einem Rückzug ihre Anstrengungen in Sachen Transparenz schleifen lassen. Werden weiterhin Quartalsberichte veröffentlicht, ist kein Grund ersichtlich, warum der Abschied vom SMax durch Kursverluste bestraft werden sollte.

          Langfristig sollte für den Kursverlauf vielmehr nur entscheidend sein, ob das betreffende Unternehmen eine plausible Erfolgsgeschichte aufzuweisen hat. Wer eine so genannte spannende Equity Story zu bieten hat, der wird früher oder später von den Börsianern auch entdeckt werden. Nur ist es leider so, dass Aktien kleinerer Unternehmen in normalen Zeiten - unabhängig vom Marktsegment - einfach oft länger brauchen, bis sie genügend Anerkennung finden.

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