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Libor-Skandal : Deutsche Bank zahlt 240 Millionen Dollar wegen Zinsmanipulation

  • Aktualisiert am

Die Doppeltürme der Deutschen Bank in Frankfurt Bild: dpa

Mehrere Großbanken sollen durch Absprachen jahrelang internationale Finanzmarkt-Richtwerte manipuliert haben. Jetzt hat die Deutsche Bank einem Vergleich in Amerika zugestimmt.

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          Die Deutsche Bank hat einen Rechtsstreit in den Vereinigten Staaten wegen angeblicher Manipulationen des Interbanken-Zinssatzes Libor mit einer Millionenzahlung beigelegt. Das größte deutsche Finanzinstitut stimmte zu, 240 Millionen Dollar an Investoren zu zahlen, wie aus Unterlagen eines Bezirksgerichts in Manhattan hervorgeht, die am Dienstag veröffentlicht wurden. Der Kompromiss mit den Sammelklägern – darunter die Stadt Baltimore und die Yale-Universität – muss noch vom zuständigen Richter gebilligt werden.

          Laut den Unterlagen wies die Deutsche Bank jegliches Fehlverhalten zurück. Sie ließ sich demnach auf die Vereinbarung ein, um Risiken und Kosten zu vermeiden. „Wir sind froh, eine Einigung erreicht zu haben, um diese Sache beilegen zu können“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bank. Die Bank war beschuldigt worden, durch Absprachen mit Wettbewerbern jahrelang wichtige Finanzmarkt-Richtwerte wie den Interbanken-Zins Libor manipuliert zu haben. In dem gleichen Verfahren hatten bereits die Großbanken Barclays und Citigroup Vergleiche über 120 Millionen beziehungsweise 130 Millionen Dollar geschlossen.

          Hedgefonds und andere Investoren beschuldigen eine Reihe von Großbanken, von 2006 bis mindestens 2010 den Libor-Zins künstlich niedrig gehalten zu haben, um ihre eigenen Gewinne nach oben zu treiben. Vom Libor hängen weltweit direkt oder indirekt Transaktionen an den Finanzmärkten im Wert von 450 Billionen Dollar ab. Wegen Manipulationen wurden von internationalen Aufsichtsbehörden weltweit bereits Strafen in Milliarden-Höhe verhängt. Zuletzt hatte Deutschlands größtes Geldhaus im Oktober Libor-Klagen von Börsenhändlern und 45 Bundesstaaten gegen Zahlungen von 80 Millionen beziehungsweise 220 Millionen Dollar beigelegt.

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