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F.A.Z. exklusiv : Deutsche Bank will mehr als 2 Milliarden Euro an Boni zahlen

Die Deutsche-Bank-Türme in Frankfurt sind der Hauptsitz des Geldhauses. Bild: AFP

Der dritte Jahresverlust in Folge - und trotzdem sollen die Investmentbanker für 2017 hohe Erfolgszahlungen bekommen. In der F.A.Z. erklärt ein Gewerkschafter, warum Verdi das mitträgt.

          Die Deutsche Bank will ihren Mitarbeitern trotz des dritten Jahresverlusts in Folge für 2017 mehr als 2 Milliarden Euro Boni zahlen. Etwa die Hälfte davon soll an die Investmentbanker ausgeschüttet werden. Das erfuhr die Frankfurter Allgemeine Zeitung aus Kreisen der Bank.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Eine Sprecherin wollte die Information zunächst nicht kommentieren und verwies auf den Vergütungsbericht, der am Freitag veröffentlicht wird. 2015 befanden sich noch stolze 2,4 Milliarden im Bonustopf, ein Jahr später war die Summe auf 546 Millionen Euro geschrumpft. Mittlerweile hat sich allerdings der Personalvorstand der Deutschen Bank, Karl von Rohr, geäußert und die Zahl bestätigt. „Der Betrag für die variable Vergütung wird für die
          gesamte Bank etwas oberhalb von zwei Milliarden Euro liegen“, sagte er.

          „Schwer nachvollziehbar“

          Die Gewerkschaft Verdi, die früher gerne gegen die Millionengehälter der Banker gepoltert hat, stellt sich hinter die Entscheidung des Vorstands, nach einer Sparrunde im vergangenen Jahr wieder zum herkömmlichen Bonussystem zurückzukehren. „Die Bonus-Zahlungen für die Beschäftigten sind an vertragliche Vereinbarungen gebunden. Wenn diese erfüllt werden, steht ihnen die variable Vergütung rechtlich zu“, sagte Jan Duscheck gegenüber der F.A.Z., der bei Verdi für Banken zuständig ist und im Aufsichtsrat der Deutschen Bank sitzt.

          Er räumte aber ein: „Für die Masse der Menschen in Deutschland ist die Entscheidung zur Auszahlung und die Höhe der variablen Vergütung bei der Deutschen Bank nur schwer nachvollziehbar. Deshalb finde ich in diesem Zusammenhang die Entscheidung des Vorstandes, auf seine variable Vergütung zu verzichten, völlig richtig.“

          Der Vorstand will in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge freiwillig auf seine Bonuszahlungen verzichten, wie der Vorstandsvorsitzende John Cryan am Wochenende auf einer Konferenz in Texas sagte. Die Bank hatte für das Jahr 2017 eine halbe Milliarde Verlust gemacht.

          Dass die Mitarbeiter nach einer Sparrunde im vergangenen Jahr dennoch wieder ihre Boni in alter Höhe erhalten sollen, wird in der Bank damit begründet, dass vor Steuern erst einmal seit drei Jahren wieder ein Gewinn erwirtschaftet worden sei. Der Verlust unterm Strich ist eine Folge der kurz vor Weihnachten beschlossenen Steuerreform Donald Trumps.

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