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Rekord-Belohnung : 200 Millionen Dollar für Deutsche-Bank-Whistleblower

Logo der Deutschen Bank an der New Yorker Börse Bild: dpa

Es war einer der größten Finanzskandale der vergangenen Jahre. Für seine Mithilfe bei der Aufklärung der Libor-Manipulationen hat ein Banker nun eine Rekordbelohnung erhalten.

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          Mit einer Rekord-Belohnung von 200 Millionen Dollar haben sich die amerikanischen Ermittlungsbehörden bei einem Whistleblower der Deutschen Bank bedankt. Der Banker hat entscheidend dazu beigetragen, die Manipulationen des Libor-Zinssatzes aufzuklären, wie die zuständige Behörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) mitteilte. Kurz nach der Eröffnung der Ermittlungen habe er die Behörde mit Unterlagen versorgt, die zu unmittelbaren Beweisen von Fehlverhalten führten. Zudem hätten daraufhin noch andere Behörden eingeschaltet werden können. 

          Tim Kanning
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nach dem Referenzzins Libor richten sich Kreditkonditionen und andere Finanzgeschäfte in Billionen-Höhe. Im Zuge der Finanzkrise war bekannt geworden, dass Mitarbeiter mehrerer Großbanken sich über Jahre illegal abgesprochen hatten, um den Zinssatz zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Allein die Deutsche Bank musste im Zuge der Aufklärung Strafen und Bußgelder in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar zahlen. Inzwischen wird an einem Ersatz für den Libor-Zinssatz gearbeitet.

          Mit Abstand größte Belohnung bisher

          Die Behörde nannte weder den Namen Deutsche Bank, noch den des Whistleblowers. Auf diese Weise will sie ihre Helfer schützen. Aus Berichten mehrerer amerikanischer Medien geht aber hervor, dass es sich bei ihm um einen ehemaligen Mitarbeiter der Deutschen Bank handelt. So zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg den Anwalt David Kovel, der sich im Frühjahr als Vertreter einer ehemaligen Führungskraft der Bank ausgegeben hatte. Die Bank wollte sich zu den Berichten nicht äußern.

          Die CFTC, die unter anderem für die Überwachung der Derivatemärkte zuständig ist, zahlt seit dem Jahr 2014 Belohnungen für die Mithilfe bei der Aufklärung von krummen Finanzgeschäften. Laut Bloomberg betrug die bislang größte Zahlung 30 Millionen Dollar; insgesamt habe die Behörde bisher 300 Millionen Dollar gezahlt.

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