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Zukunft der Geldhäuser : Deutsche-Bank-Vize: Wir sind auf Übernahmen vorbereitet

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Marcus Schenck ist stellvertretender Vorstandschef der Deutschen Bank. Bild: EPA

„Europa braucht mehr Zusammenschlüsse von Banken“, sagt Marcus Schenck. Er erklärt die Rolle der Deutschen Bank - und zieht auch einen ambitionierten Vergleich zum iPhone-Hersteller Apple.

          Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank Marcus Schenck sieht die Bankenbranche in Europa vor einem tiefgreifenden Umbruch. „Europa braucht mehr Zusammenschlüsse von Banken“, sagte er während des Neujahrsempfanges seines Hauses in Düsseldorf. „Die Konsolidierung in Europa wird kommen. Sie ist unausweichlich.“

          Auch in Deutschland müsse es Zusammenschlüsse geben. Sein Institut sieht er dafür gut gerüstet. „Die Deutsche Bank hat sich darauf eingestellt.“ Das Geldhaus habe „aufgeräumt“ und Kapital sowie Liquidität nachhaltig gestärkt. „Wir haben nahezu alle unsere Altlasten beseitigt“, unterstrich Schenck. Jetzt gelte es, wieder zu wachsen. Dazu müsse die Bank auch die Herausforderungen durch die Digitalisierung meistern.

          „Wir brauchen einen großen Markt“

          Die Europäische Union brauche neben Zusammenschlüssen aber auch einen einheitlichen Finanzmarkt, um im Wettbewerb etwa mit amerikanischen Banken bestehen zu können, sagte er. Diese seien profitabler als die Geldhäuser in Europa.

          Neben der amerikanischen Zinspolitik liege das auch daran, dass es in Übersee anders als auf dem alten Kontinent einen einheitlichen Markt gebe. „Wir brauchen eben auch diesen einen großen Markt.“ Auf Dauer könnten zudem nur Banken „mit einer gewissen Größe nachhaltig bestehen“. Der Brexit werde auch den Wettbewerb an den Finanzplätzen zusätzlich verschärfen.

          Schenck, der bei dem Geldhaus zusammen mit Garth Ritchie die Investmentbank leitet, sieht für seinen Bereich eine Zukunft: „Das Investmentbanking wird weiter an Bedeutung gewinnen.“ Dies gelte gerade vor dem Hintergrund der Digitalisierung. Sie lasse den direkten Zugang zum Kunden immer wichtiger werden. Das Geldhaus reagiere auch mit einer neuen Digitalbank auf die Herausforderungen. Insgesamt wolle die Deutsche Bank „ein Stück weit so etwas wie Apple unter den Banken werden“.

          Schenck bekannte sich auch zum Deutschland-Geschäft des Instituts. Die Bank wolle in der Bundesrepublik führend sein, der Heimatmarkt sei für das Geldhaus „Grundvoraussetzung“. Schenck räumte ein, dass sich sein Institut in der Vergangenheit zu sehr mit sich selbst beschäftigt habe. Deshalb habe sie ihre „PS vielleicht nicht immer auf die Straße gebracht“. „Die Weichen sind jetzt gestellt“, sagte er. „Wir haben wieder die Kraft zu wachsen.“

          Für das vergangene Jahr hatte das Geldhaus Anfang Januar abermals einen Verlust in Aussicht gestellt. Dieses Mal macht ihm die amerikanische Steuerreform einen Strich durch die Rechnung. Sie belastet Deutschlands größtes Geldhaus mit rund 1,5 Milliarden Euro. Unter dem Strich werde deshalb 2017 ein geringer Verlust zu Buche stehen, hieß es vor einer Woche. Es ist das dritte Verlustjahr in Folge.

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