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Tim Kanning (kann.)

Jahresergebnis : Die Deutsche Bank liefert weiter

  • -Aktualisiert am

Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt. Bild: dpa

Die meisten Jahreszahlen der Deutschen Bank fallen besser aus als erwartet. Ganz ausgestanden ist die jahrelange Krise aber noch nicht. Bei den Boni für die Investmentbanker wird Sewing nun aber schon wieder übermütig.

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          Die Deutsche Bank bleibt auf Kurs. Das Jahresergebnis, das Konzernchef Christian Sewing an diesem Donnerstag vorgelegt hat, darf man durchaus als stark bezeichnen. In den wichtigsten Kernzahlen hat die Bank mehr geliefert als Analysten zuvor erwartet hatten. Mit 3,4 Milliarden Euro bleibt so viel Gewinn unterm Strich wie zuletzt vor zehn Jahren. Größter Knackpunkt bleiben auf den ersten Blick die Kosten, die nicht so stark gesunken sind wie versprochen.

          Auch auch die hohe Abhängigkeit vom Anleihegeschäft nach dem Umbau der Bank wirkt sich bislang weniger frappierend aus als zunächst befürchtet. Zwar gingen auch hier die Erträge im vierten Quartal deutlich zurück. Mit einem Minus von 14 Prozent verlor die Deutsche Bank hier aber weniger Geschäft als ihre amerikanischen Wettbewerber JP Morgan (minus 16 Prozent) und Morgan Stanley (minus 30 Prozent).

          Hohe Boni im Investmentbanking

          Dass die wichtigste Konzernsparte, die Investmentbank, im Schlussquartal 2021 nur noch halb so viel verdiente wie ein Jahr zuvor, liegt vor allem an rasant gestiegenen Boni. Die Vergütung in der Sparte stieg um satte 30 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, und das obwohl die Mitarbeiterzahl reduziert wurde. Das kann man natürlich mit Blick auf die guten Geschäfte in dem Segment und dem steigenden Wettbewerb um gute Talente an der Wall Street begründen. Sewing sollte nun aber nicht wieder die alten Fehler wiederholen und gerade verdientes Geld rasch und mit vollen Händen wieder an die Mitarbeiter ausschütten.

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          Positiver ist da zu vermerken, dass nach vielen mauen Jahren endlich auch die Aktionäre für ihre Geduld belohnt werden. Sie sollen durch einen größer angelegten Aktienrückkauf und eine Dividende immerhin wieder ein bisschen an den jüngsten Geschäftserfolgen der Bank beteiligt werden.

          Die Bilanz ist wieder ausgeglichener

          Ebenfalls positiv ist, dass die Bilanz der Bank wieder ausgeglichener wirkt: nachdem nach Sewings großem Strategieschwenk zunächst nur die Investmentbank lieferte, steuerten im Jahr 2021 auch die Privatkunden- und die Unternehmensbank wieder bessere Ergebnisse bei, was in erster Linie daran liegt, dass immer mehr Kunden Negativzinsen zahlen.

          Die Bank profitiert in hohem Maße davon, dass von Negativzinsen gebeutelte Privatkunden ihr Erspartes zunehmend an die Börse tragen. Das Privatkundengeschäft selbst hat vor allem dadurch im vergangenen Jahr 50 Prozent mehr Neugeschäft gemacht Sewing ihm noch vor einem Jahr zugetraut hätte. Und die Vermögensverwaltung, die vor allem aus der Fondsgesellschaft DWS besteht, hat auch durch diesen neuen Aktien-Boom der Privatkunden so gut abgeschnitten wie nie zuvor. Sie konnte ihr verwaltetes Vermögen im Jahresverlauf um 17 Prozent auf einen Rekordwert von 928 Milliarden Euro steigern – ungeachtet der Greenwashing-Vorwürfe, welche die Fondstochtergesellschaft seit einigen Monaten belasten.

          Tim Kanning
          Redakteur in der Wirtschaft.

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